Todesfälle in Köln

Glukose vs. Lidocain: Verwechslung ausgeschlossen? APOTHEKE ADHOC, 11.10.2019 16:23 Uhr

Berlin - Gut vier Wochen sind die Todesfälle durch ein verunreinigtes Glukosegemisch in Köln her. Die Staatsanwaltschaft gab nun erste Ermittlungsergebnisse heraus: Zwei Mitarbeiter der Heilig-Geist-Apotheke stehen in Verdacht, für die verunreinigte Mischung verantwortlich zu sein. Derzeit wird nicht von Vorsatz, sondern von einem Versehen ausgegangen. In den sozialen Medien und unter Fachpersonal wird dies heiß diskutiert: Ist eine Verwechslung von Glukose und Lidocain so leicht möglich?

Apothekenmitarbeiter sind betroffen: „Das ist so furchtbar. Wenn einem das als PTA selbst passiert wäre. Wie soll man damit umgehen für den Tod von 2 Menschen verantwortlich zu sein?“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Für jede PTA ist die Vorstellung absoluter Horror. „Ich mag nicht in deren Haut stecken“, schreibt eine andere Benutzerin. Erst mit der neuen Apothekenbetriebsordnung wurde die Dokumentation solcher Abfüllungen vereinfacht. Birgt diese Erleichterung nun doch Gefahren in der Praxis? Den Ermittlungen zufolge deutet einiges daraufhin, dass ein Rest des Lokalanästhetikums in einen anderen Glukosebehälter gekippt wurde, da man ihn ebenfalls für Glukose gehalten hatte.

Für Pharmazeuten gibt die Verwechslung Anlass für Fragen: Glukose wird im Labor meist in größeren Gefäßen aufbewahrt. In der Praxis wird das feine, weiße Pulver häufig in Eimern mit fünf Kilogramm Inhalt geliefert. Lidocain hingegen wird eher in kleineren Mengen benötigt und daher auch in kleineren Gefäßen aufbewahrt. Laut Staatsanwaltschaft hat die Verpackung jedoch in Größe, Farbe und Herstellerbezeichnung dem Gefäß des Einfachzuckers geähnelt.

Möglich ist die Verwechslung dennoch, denn Glukose ist auch in kleineren Gebinden erhältlich. Allerdings wird Glukose für die Feststellung einer Schwangerschaftsdiabetes in der Regel zu 50 g abgefasst: Eine Bestellung von kleineren Mengen wäre – in Anbetracht der Preise – daher eher unwirtschaftlich: 250 g kosten etwa 7,50 Euro, 1 kg hingegen rund 15 Euro. Desweiteren wäre ein kleines Gefäß nach wenigen Abfüllungen bereits leer gewesen: Bei der Nachbestellung hätte die Verwechslung auffallen müssen.

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