Behörde warnt vor Noscapin-Rezepturen

, Uhr aktualisiert am 07.02.2020 09:03 Uhr

Berlin - In Österreich warnt das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) dringend vor der Einnahme von Noscapin-Hustensäften, die in der Apotheke hergestellt wurden. Vergiftungen könnten nicht ausgeschlossen werden, heißt es.

In Niederösterreich waren Zwischenfälle im Zusammenhang mit magistral zubereiteten Noscapin-Hustensäften bekannt geworden: Zwei Kleinkinder aus Wiener Neustadt mussten wegen Vergiftungserscheinungen behandelt werden; mittlerweile soll es ihnen den Umständen entsprechend wieder gut gehen.

Laut einem BASG-Sprecher besteht der Verdacht auf Verunreinigung mit Atropin. Betroffen seien womöglich nur eine oder zwei Apotheken, es handele sich wohl eher um ein lokales Problem. Die Ermittlungen laufen, mehr könne zum derzeitigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Als vorbeugende Sicherheitsmaßnahme empfiehlt die Behörde, ab sofort und bis auf Weiteres keine in der Apotheke erworbenen und dort zubereiteten Noscapin-Hustensäfte anzuwenden. Die Warnung gilt auch für andere Noscapin-haltige Zubereitungen, zum Beispiel Noscapin-Zäpfchen. Bei der Aufforderungen handele es sich allerdings um eine Vorsichtmaßnahme.

Die Apothekerkammer hatte die Apotheken zunächst über die Sperrung der Ausgangssubstanz von Gatt-Koller mit der Chargennummer 19.00428 informiert. Es bestehe der dringende Verdacht auf eine gesundheitsgefährdende Verwechslung bei der Abfüllung. Auch alle damit angefertigten Arzneimittel dürften nicht mehr abgegeben werden und seien unverzüglich aus dem Verkehr zu ziehen und sicherzustellen.

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