Nach Todesfällen in Köln

Caelo: Alle Glukose-Chargen überprüft

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Berlin -

Nach den Todesfällen in Köln hat der Glukose-Anbieter Caesar & Loretz (Caelo) alle im Markt befindlichen Chargen überprüft. Das Hildener Unternehmen ist laut eigenen Angaben Marktführer. Die Produkte Glukose und Glukose-Monohydrat seien beide völlig unbedenklich, sagt Marketingleiterin Sonja Zeilinger. Beide Präparate seien in Qualität nach dem Europäischen Arzneibuch für den Einsatz in Rezeptur und Defektur freigegeben.

Durch ein mit einem toxischen Stoff verunreinigtes Glukosegemisch aus der Kölner Heilig-Geist-Apotheke starben eine 28-jährige Frau und ihr ungeborenes Kind. Die drei Betriebe des Apothekers wurden zwischenzeitlich vorsorglich geschlossen. Die Hintergründe sind noch nicht geklärt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Laut Caelo herrscht derzeit Verunsicherung im Markt, ob Chargen verunreinigt sein könnten. Aus den Medienberichten zum Stand der Ermittlungen gehe hervor, dass die Verunreinigung des Glukose-Gebindes in der Apotheke auf noch ungeklärte Weise geschehen sei, so Zeilinger. Ein krimineller Hintergrund werde ausdrücklich als möglich bezeichnet. „Sicher ist jedoch, dass diese Beimischung erst nach der Vereinnahmung der Ware in der Apotheke erfolgt ist.“

Nach Bekanntwerden der Todesfälle seien alle im Markt befindlichen Chargen von Glukose und Glukose-Monohydrat auf Hinweise im Zusammenhang mit diesem Fall überprüft worden. Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. „Nichts spricht gegen den weiteren Einsatz dieser Substanzen in Rezepturarzneimitteln zum Beispiel für den Glucose-Toleranztest“, betont Zeilinger.

Die Chargen seien in eigenen Labors nach den jeweiligen Monographien des Europäischen Arzneibuchs geprüft und für den Einsatz in Rezeptur und Defektur freigegeben. Eine Verwechslung, Kontamination oder falsche Deklaration während der Produktion sei durch das interne GMP-Qualitätssicherungssystem ausgeschlossen. Caelo werde allen gesetzlichen Anforderungen gerecht und erfülle zusätzlich eigene, oftmals noch höhere Qualitätsansprüche.

Die Todesfälle, welche sich durch ein verunreinigtes Glukose-Gebinde ereignet hätten, seien tragisch, so Zeilinger. „Unser Beileid gilt den Angehörigen.“ In den vergangenen zehn Jahren wurden bei Caelo mehr als 100 Tonnen Glucose und Glucose-Monohydrat für die Rezeptur und Defektur hergestellt und vertrieben. „Zu keinem Gebinde gab es bis heute dementsprechende Reklamationen.“

Mehr als sechs Millionen Individualrezepturen würden jährlich in deutschen Apotheken angefertigt. „Wir haben grundsätzlich Vertrauen in die Qualität dieser Zubereitungen und sind überzeugt davon, dass diese für eine individuelle Behandlung der Patienten unverzichtbar sind.“

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