„Wegen 50 Dosen können wir nicht nach Berlin fahren“

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Berlin - Die Betriebsärzt:innen haben ihre erste Bestellung an Covid-19-Impfstoffen in Apotheken abgegeben. Der Start verlief sehr unterschiedlich, wie Apothekerin Dr. Anke Saß berichtet. Die Inhaberin der St. Georg-Apotheke in Bamberg ist auf die bundesweite Lieferung von Impfstoffen spezialisiert. Aufgrund der eingeschränkten Transportzeit und teils geringen Mengen musste sie Kunden auch an andere Apotheken verweisen.

Saß und ihr Team sind Impfstoff-Profis. Die Apotheke beliefert rund 200 Betriebsärzt:innen und betriebsärztliche Dienste. Letztere stehen momentan im Fokus. „Wir hatten Anfragen aus Berlin, Hamburg und Mönchengladbach“, sagt die Apothekerin. „Allerdings lohnt es sich nicht, wegen 50 Dosen so weit zu fahren.“ In diesen Fällen musste Saß den Ärzt:innen nahelegen, bei einer Apotheke vor Ort anzufragen. Für eine längere Strecke sei eine gewisse Anzahl, etwa 50 bis 100 Vials, nötig. „Wir versuchen unser Möglichstes, um die Anfragen hinzubekommen.“

Die bisherige Vergütung bewertet die Inhaberin als bescheiden. Bei dem gestaffelten Honorar bleibe am Ende nicht viel übrig. Laut dem Referentenentwurf erhalten die Apotheken für die Belieferung der Betriebsärzt:innen 6,58 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für die monatliche Abgabe der 1. bis 100. Durchstechflasche, 4,28 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für die monatliche Abgabe der 101. bis 150. Durchstechflasche und 2,19 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für die monatliche Abgabe ab der 151. Durchstechflasche. Das Honorar sei gestaffelt, weil im Vergleich zu einer belieferten Arztpraxis Impfstoffdosen an Betriebsärzte in höherer Zahl abgegeben würden, so das Bundesgesundheitsministerium (BMG).

Ein weiteres Problem bei der bundesweiten Belieferung sei die Transportzeit von maximal zwölf Stunden. Aktuell ist vorgesehen, dass die Apotheken – analog zur Belieferung der Kassenärzt:innen – den Impfstoff aufgetaut erhalten. „Das ist ein limitierender Faktor“, sagt Saß. „Wir berechnen bei der Belieferung immer einen Sicherheitspuffer und im Fall von Comirnaty bleibt da nicht viel übrig.“

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