Praxen rüsten sich für Coronavirus-Ausbruch

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Berlin - Ärzte rüsten sich für den möglichen Fall eines größeren Ausbruchs von Erkrankungen durch das Coronavirus. Bei einer hohen Zahl von Infizierten sei es denkbar, dass ein zusätzlicher Hausbesuchsdienst aufgebaut werden müsse, sagte die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, Annette Rommel. „Wir arbeiten an einem Konzept für einen solchen Fall.“ In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg arbeiten die Gesundheitsbehörden mit Hochdruck daran, die bekannten Fälle zu isolieren und alle möglichen Kontaktpersonen aufzuspüren.

Praxen würden ständig sachgerecht mit aktuellen Informationen des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) zum Virus versorgt, betonte Rommel. Zudem sei dem Thüringer Gesundheitsministerium der Bedarf der Praxen an Schutzkleidung und Atemmasken übermittelt worden. Viele niedergelassene Ärzte hätten sich diese aber schon selbst besorgt.

Patienten sind nach Beobachtungen der KV-Chefin teilweise verunsichert. Grund zur Panik besteht aus ihrer Sicht allerdings nicht. Die Situation in Thüringen erfordere ein ruhiges Vorgehen. Das Wichtigste sei die Einhaltung völlig normaler Hygieneregeln. In Thüringen gibt bislang keine Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2, das jüngst bei Menschen in mehreren Bundesländern nachgewiesen wurde. Eine Handvoll Verdachtsfälle seit Anfang Februar hatten sich nicht bestätigt.

Nach fünf bestätigten Coronavirus-Fällen in Nordrhein-Westfalen werden an diesem Donnerstag zahlreiche weitere Testergebnisse von Kontaktpersonen der Infizierten erwartet. Dazu zählen Kindergartenkinder und Dutzende Teilnehmer einer Karnevalsveranstaltung. Besonders im Fokus steht die Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg, in der alle fünf bisher nachweislich Infizierten wohnen. Ein Ehepaar wird derzeit in der Uniklinik Düsseldorf behandelt, der 47 Jahre alte Mann befindet sich den Angaben zufolge in kritischem Zustand. Auch bei einem Soldaten der Flugbereitschaft der Bundeswehr wurde das Virus nachgewiesen sowie bei einer Mitarbeiterin des schwer erkrankten 47-Jährigen und bei ihrem Lebensgefährten.

Bei einem der Infizierten handelt es sich nach Angaben der Stadt Mönchengladbach um einen Arzt, der in der Stadt am Klinikum tätig ist. Nach bisherigen Erkenntnissen habe der Mediziner eine Karnevalsveranstaltung im Kreis Heinsberg besucht, auf der auch Kontaktpersonen des schwer erkrankten Mannes aus Gangelt anwesend gewesen sein sollen.

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