Nicht-DAV-Mitglied: „Die Abda muss sich bei uns entschuldigen“

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Berlin - In der Debatte um die Sicherheitspanne bei der Ausstellung der digitalen Impfzertifikate wird über eine vorzeitige Freischaltung der Mitglieder des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) diskutiert. Thomas Mayerlen aus Dresden stieg 2004 aus dem DAV aus und ärgert sich darüber, dass der „schwarze Peter“ auf die Gastzugänge geschoben wird. „Das ist absoluter Quatsch. Wenn der Zugang nicht sicher ist, ist er es für Mitglieder genauso wenig wie für Nicht-Mitglieder.“

Mayerlen ist seit 1993 selbstständiger Apotheker. Damals sei es selbstverständlich gewesen, auch im DAV organisiert zu sein. 2004 stieg er aus jedoch aus. Grund sei die Einführung des Festzuschlags in Höhe von 8,10 Euro gewesen. Damals sei von den Krankenkassen eine Erhöhung auf 8,35 Euro in Aussicht gestellt worden, wenn die Zahl der Rx-Arzneimittel geringer werde. „Der DAV hat aber die 330 Millionen Euro verschenkt, die uns zugestanden hätten“, ärgert sich Mayerlen. Der Verband habe nichts unternommen, um ihn als Mitglied zurückzugewinnen. „Ich spüre keine Nachteile, die Krankenkassen interessiert nicht, ob ich Mitglied bin.“ Bei Hilfsmitteln schließe er separate Vereinbarungen ab.

Dass der DAV bei den digitalen Impfzertifikaten im Sinne seiner Mitglieder denke, sei nicht verwerflich, so Mayerlen. Er kritisiert jedoch das Verhalten der Abda: „Man muss zwischen den beiden Organisationen unterscheiden. Es ist eine Schweinerei, dass die Abda zugelassen hat, dass zu Beginn nur ein Teil der Apotheken einen Zugang erhalten hat.“ Die Abda habe gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Eindruck erweckt, dass sie alle Apotheken vertrete.

Auf Druck des BMG wurden im DAV-Portal letztlich auch Zugänge für Nicht-Mitglieder geschaffen. Die Abda habe 10 Prozent der Apotheken ausgeschlossen, kritisiert Mayerlen. „Das ist ein Skandal.“ Dass jetzt noch so getan werde, als liege die Sicherheitslücke an den Gastzugängen, sei „völlig unmöglich“. „Auch Nicht-Mitglieder haben Zugangsdaten geschickt bekommen. Wenn das durch den DAV nicht geprüft wird, hat es doch nichts mit uns zu tun. Die Abda muss sich bei uns entschuldigen.“ Die Zugänge an sich könnten nicht verschieden sein, da es innerhalb von wenigen Tagen möglich war, sich als Nicht-Mitglied anzumelden, so der Apotheker.

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