31-jährige Inhaberin macht Mut

Nach Schließung und Umbau: „Mit voller Power wiedereröffnet“

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Berlin -

Feyza Nur Cayli hat sich ihren Traum erfüllt. Im November übernahm sie die Atlantis-Apotheke in Berlin in Kooperation mit easyApotheke. Nach einer sechswöchigen Schließung eröffnete sie die umgebaute und modernisierte Offizin. Sie selbst sieht sich als Mutmacherin für den jungen Nachwuchs: „Ich konnte es kaum abwarten endlich loszulegen mit meinen Ideen und meinem Team“, sagt sie heute stolz.

Mit 31 Jahren entschied sich Cayli, eine eigene Apotheke zu eröffnen. „Am 1. November habe ich die Apotheke übernommen. Damals war die Offizin noch eher eng und bei Weitem nicht so hell gestaltet wie heute“, erklärt sie. „Deswegen hatten wir nach der Übernahme für sechs Wochen geschlossen.“ Mehr als fünf Wochen waren laut Cayli dem Umbau gewidmet.

Wiedereröffnung gefeiert

Bereits im Oktober habe sie das Vorhaben an die Kundinnen und Kunden kommuniziert, „noch vor der Übergabe“. Ihr Team – alle Mitarbeitenden wurden übernommen – habe das Vorhaben tatkräftig unterstüzt, erklärt Cayli stolz. „Es waren viele Menschen sehr traurig, als sie von der Schließung erfuhren.“

Mit der Wiedereröffnung sei aber umso mehr Freude aufgekommen. „Wir haben die Apotheke mit Ballons geschmückt, viele Proben verteilt und auf unser freiverkäufliches Sortiment 20 Prozent Rabatt gegeben.“

An Umgestaltung gewöhnt

Zudem habe die neue Inhaberin gemeinsam mit ihrem Team in den ersten Tagen viel erklärt. „Teilweise waren die Kunden ein wenig erschrocken, da die Apotheke völlig anders aussah“, berichtet Cayli. „Viele Menschen haben sich über die Veränderung gefreut, sie finden die neue Gestaltung schöner, heller und genießen die große Auswahl.“

Manche Stammkund:innen hätten aber auch eine Weile gebraucht, mit der Umgestaltung zurecht zukommen. „Das Sortiment ist ganz anders und man muss sich umorientieren“, erklärt Cayli.

Sie begründet dies mit der langen Bindung an den Vorbesitzer. „Ich glaube, manche Menschen hingen einfach an dem alten Inhaber und seiner Apothekengestaltung.“ Mittlerweile werde sie aber auch von den Skeptiker:innen gemocht. „Wir kommen mit allen gut klar.“

Viele Ideen

Auch neue Ideen für den Apothekenalltag hat sie schon parat: „Ich würde gerne viele Aktionen veranstalten. So haben wir beispielsweise gerade eine Verlosung zum Muttertag“, berichtet Cayli. Zudem binde sie die Kinder eines nahegelegenen bilingualen Kindergarten mit ein: „Zum Muttertag haben wir gemeinsam mit der Kita kleine Überraschungstüten vorbereitet – liebevoll gestaltet von den Kindern für ihre Mamas.“ Ebenso seien Wellness- und Vitaltage geplant und eine intensivere Prävention im Gesundheitsbereich.

„Einfach machen“

Die Inhaberin selbst sieht sich auch als Mutmacherin für den Nachwuchs und junge Menschen, die in die Apotheke vor Ort wollen. „Natürlich ist die derzeitige politische Situation deprimierend, es wird ja auch nicht besser“, erklärt Cayli.

Sie fühle sich nicht durch die Politik bestärkt. „Der Rücken wird einem leider nicht freigehalten“, betont sie. Das habe sie von der Übernahme aber nicht abgehalten „Trotz der ganzen negativen Stimmen wollte ich es trotzdem machen, denn ich habe Spaß am Beruf.“

Diese Einstellung will sie an den Nachwuchs weitergeben. „Einfach mutig sein, einfach machen“, appelliert Cayli. „Natürlich nicht unüberlegt, schon strategisch. Man sollte nicht so viel auf andere hören, sondern eher nach Bauchgefühl gehen.“

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