Die Zahl der Apotheken sinkt und immer weniger Betriebe wechseln die Inhaberin oder den Inhaber. Beatrice Teschner aus Berlin geht einen anderen Weg. Die Pharmazeutin will sich in der Hauptstadt selbstständig machen und stellt fest: Einen geeigneten Betrieb zu finden, ist gar nicht leicht. Die Vertretungsapothekerin erklärt ihre Motivation und wie ihre Traum-Apotheke aussehen soll.
Teschner ist voller Elan. Die 50-Jährige arbeitet als Vertretungsapothekerin und gründete die Plattform Farmasita. Jetzt sucht sie eine neue Herausforderung. „Ich suche eine Apotheke zur Übernahme. In den vergangenen Jahren habe ich viele Apotheken kennengelernt. Als Vertretungsapothekerin durfte ich in ganz unterschiedlichen Betrieben arbeiten: auf dem Land und in der Großstadt, in kleinen Teams und großen Organisationen, in traditionellen und sehr modernen Apotheken. Jetzt brennt es mir unter den Nägeln.“
Die vielfältige Arbeit als Vertretung, der sie seit Jahren nachgeht, birgt einen Nachteil: „Man macht so viele Erfahrungen und ist motiviert dabei, aber kann nur bedingt Impulse setzen. Ich habe Lust, jetzt selbst zu gestalten.“ Der Beruf habe sich weiterentwickelt. „Die Apotheke von heute ist längst mehr als ein Abgabeort von Arzneimitteln.“
Doch die Suche nach einer eigenen Apotheke gestaltet sich schwierig: „Es ist nicht einfach, an eine gute Apotheke in Berlin zu kommen.“ Neben der Lage und der Ausstattung müsse auch die Personalsituation passen. „Es muss einfach stimmen.“ Teschner sieht vor allem in neuen Selbstzahlerleistungen eine Zukunft für die Vor-Ort-Apotheke. Impfen, pharmazeutische Dienstleistungen oder Mikronährstoffberatung.
„Apotheken impfen, analysieren Polymedikation, begleiten zukünftig chronisch kranke Menschen, unterstützen Prävention und werden eine noch wichtigere Anlaufstelle im Gesundheitswesen. Ich glaube, dass diese Entwicklung gerade erst beginnt“, sagt sie.
Ihre Vision einer Apotheke verbindet das Beste aus zwei Welten: „Die persönliche Nähe und das Vertrauen einer Vor-Ort-Apotheke – und die Chancen, die Digitalisierung, Prävention und evidenzbasierte Gesundheitsversorgung bieten. Eine Apotheke, die Menschen beim gesunden Altern begleitet. Eine Apotheke, die Gesundheitskompetenz stärkt. Eine Apotheke, die Innovationen nicht als Bedrohung versteht, sondern als Chance“, schwärmt sie.
Dazu komme, dass sie nicht nur gestalten, sondern auch Verantwortung übernehmen wolle. Sorgen und Ängste schiebt sie dabei beiseite – auch in finanzieller Sicht. Die Apobank etwa habe im Gespräch bereits signalisiert, dass sie ohne Probleme eine Übernahme finanziere, wenn die Zahlen stimmten. „Am Ende muss genug übrigbleiben. Wenn die Lage passt und kein großer Investitionsstau besteht, dann finanzieren die Banken auch ohne Eigenbeteiligung“, sagt sie. „Ich bin überzeugt, dass die Apotheke vor Ort eine starke Zukunft hat.“