Fehlende Chargennummern beim E-Rezept sorgten immer wieder für Retaxierungen und Ärger in Apotheken. Auch die Easy-Apotheke in Bruchköbel erhielt von der IKK Classic deshalb eine Nullretax. Die Kasse nahm die Beanstandung jetzt zurück – insgesamt ging es um mehr als 4000 Euro.
Die betroffenen E-Rezepte wurden im letzten Quartal 2024 und Anfang 2025 beliefert. Darunter war auch der Hochpreiser Taltz 80 mg Injektionslösung in einem Fertigpen zu drei Stück. Insgesamt geht es um einen Betrag in Höhe von 4033,99 Euro. Der Mitinhaber Andreas Grünebaum sah keine Schuld bei den eigenen Abläufen.
Die Kasse dagegen schon: Im Rahmen einer Auffälligkeitsprüfung sei festgestellt worden, dass im elektronischen Abrechnungsdatensatz bei sieben abgerechneten Verordnungen keine Chargennummer übermittelt wurde, hieß es. Die Apotheke sollte sich deshalb an ihren Softwareanbieter wenden.
Grünebaum legte über den Hessischen Apothekerverband (HAV) Einspruch ein – mit Erfolg. Ende Juni erhielt er ein Schreiben der IKK: „Nach Prüfung der Sach- und Rechtslage erkennen wir Ihren Einspruch zu nachstehend aufgeführten PICNR an“, heißt es darin. Alle Fälle wurden zurückgezogen. „Die in unseren Retaxschreiben angekündigten Absetzungen zu diesen PICNR werden Ihnen daher nicht in Abzug gebracht. Sollte dies im Rahmen einer Einzelfallentscheidung erfolgt sein, ist damit keine präjudizierende Wirkung für die Zukunft abzuleiten.“
Der Apotheker ist zwar froh über diese Nachricht, kann jedoch das Vorgehen der Kasse nicht verstehen. Sein Fazit: „Viel Lärm und Ärger für nichts: Danke dafür, IKK Classic, aber seht doch bitte in Zukunft von Anfang an davon ab, wegen Formfehlern und leicht zu korrigierender fehlender Angaben gleich auf Null zu retaxieren“, sagt er.
APOTHEKE ADHOC Debatte