Es ist Bewegung im Apothekenmarkt – konstant bleibt allerdings eins: die Namenswahl. Eine deutschlandweite Auswertung von rund 16.000 Apothekennamen der Agentur Planus Media zeigt dabei nicht nur die häufigsten Namen und Motive, sondern auch, dass Apothekennamen weit mehr als Bezeichnungen einzelner Betriebe sind: Sie spiegeln demnach historische Kultur- und Wirtschaftsräume wider.
„Die Daten legen nahe: Apothekennamen reagieren kaum auf kurzfristige Marktveränderungen. Sie spiegeln historische Kultur- und Wirtschaftsräume wider - von Konfessionsgrenzen bis zu ehemaligen Industrie- und Siedlungslandschaften. Fürs Geomarketing sind sie ein wichtiger Indikator für gewachsene regionale Strukturen. Sie unterstreichen die Notwendigkeit von regional individuell ausgesteuerten Kampagnen“, so Martin Himmels, Executive Manager bei Planus Media.
Allein die Top-Ten der Namen machen nach der Analyse zusammen rund 15 Prozent aller Apothekenstandorte bundesweit aus. Besonders verbreitet sind hier Tier- und Symbolnamen sowie klassische Naturmotive wie Löwen-Apotheke, Adler-Apotheke, Sonnen-Apotheke, Stadt-Apotheke und Marien-Apotheke. Die beiden Spitzenreiter Löwen-Apotheke und Adler-Apotheke kommen auf je 1,95 Prozent – jeweils 314 der insgesamt rund 16.000 Apotheken tragen diesen Namen.
Allerdings ließen sich in der Untersuchung dennoch mit rund 53 Prozent mehr als die Hälfte aller Apothekennamen keinem der klassischen Motive eindeutig zuordnen. Sie bestehen nämlich aus individuellen Orts- oder Straßennamen – und seien damit stark lokal verankert.
Einerseits existiert laut Analyse also eine sehr hohe Vielfalt an individuellen Namen und Ortsbezügen, andererseits bleiben die übergeordneten Motivgruppen dabei stabil. So lassen sich die Apothekennamen grob in wenige wiederkehrende Kategorien einordnen, nämlich Heraldik und Wappentiere, religiöse Bezüge, geografische Namen, Naturmotive sowie historische und regionale Referenzen.
Auch in der räumlichen Zuordnung kann man mit Blick auf die Apothekennamen klare Cluster erkennen. So konzentrierten sich zum Beispiel religiöse Namen wie die Marien-Apotheke stark in katholisch geprägten Regionen Süd- und Westdeutschlands.
Geografische Namen wie die Rhein-Apotheke folgen dagegen klar erkennbar dem Verlauf großer Flusssysteme.
In einigen Apothekennamen sind auch historische Bezüge spürbar. So seien zum Beispiel Glückauf-Apotheken insbesondere in ehemaligen Industrie- und Bergbauregionen zu finden und Römer-Apotheken klar Regionen mit römisch geprägter Siedlungsgeschichte entlang von Rhein und Limes.
Diese Muster seien dabei unabhängig von aktuellen Marktveränderungen stabil und ließen sich über lange Zeiträume hinweg beobachten. „Weil ein eingeführter Name lokales Markenkapital ist, wird er kaum geändert und wird so zum kulturgeografischen Fixpunkt“, erklärt Planus Media.
Die Analyse basiert nach Angaben der Argentur auf rund 16.100 Apothekennamen aus „Open Street Map“. Die Daten sind für die Analyse zunächst von Planus Media vereinheitlicht und anschließend nach Motivgruppen klassifiziert. Identische Namen seien so trotz unterschiedlicher Schreibweisen zusammengeführt und inhaltlich unterschiedliche Bezeichnungen sauber getrennt worden.
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