Stada Health Report

Frust bei Patienten: KI gegen die Versorgungskrise?

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Berlin -

Die Zufriedenheit der Deutschen mit dem Gesundheitswesen ist im internationalen Vergleich hoch. Aber sie sinkt seit Jahren, auch bei der aktuellen Umfrage für den Health Report von Stada. Das liegt vor allem an den Problemen, einen Termin zu bekommen. Ist KI die Lösung? 

69 Prozent der Deutschen sind zufrieden mit dem Gesundheitswesen – ein starker Wert, auch im internationalen Vergleich. Aber was nützt der Blick ins Ausland, wenn die Wahrnehmung sich für die Patientinnen und Patienten hierzulande immer mehr eintrübt? Genau das passiert gerade: 2020 lag die Zufriedenheit noch bei 80 Prozent, 2025 bei 68 Prozent und in diesem Jahr bei 63 Prozent. Im EU-Durchschnitt sind es 56 Prozent, der Abstand wird immer geringer.

Das Ergebnis variiert je nach Bereich:

  • Zugang zu Medikamenten: 66 Prozent (international: 61 Prozent)
  • Prävention: 52 Prozent (international: 46 Prozent)
  • Hilfe bei Gesundheitskrisen: 39 Prozent (international: 42 Prozent)
  • mentale Gesundheit: 29 Prozent (international: 28 Prozent)
  • digitale Anwendungen: 25 Prozent (international: 28 Prozent)
  • Altenpflege: 23 Prozent (international: 32 Prozent)

Stada-CEO Peter Goldschmidt verwies bei der Präsentation der Ergebnisse auf den Fachkräftemangel und die langen Wartezeiten. Seine Botschaft: „Vertrauen bleibt menschlich, aber die KI muss Freiräume für die Leistungserbringer schaffen.“

Mündige Patienten

Die Bereitschaft der Menschen, für ihre Gesundheit mehr Verantwortung zu übernehmen, ist laut Umfrage da: 81 Prozent halten sich für fähig, ihre Gesundheit selbst zu managen. 94 Prozent wollen aktiv Selbstmedikation betreiben; spiegelbildlich gaben 85 Prozent an, damit bislang keine schlechte Erfahrung gemacht zu haben. 76 Prozent nutzen Check-ups.

47 Prozent der Befragten konsultieren bereits die KI in Gesundheitsfragen:

  • Diagnose verstehen: 26 Prozent
  • Prävention: 18 Prozent
  • Vorbereitung auf den Arztbesuch: 17 Prozent
  • Zweitmeinung: 13 Prozent

Es gibt Hoffnungen, aber auch Sorgen. So rechnen 43 Prozent mit schnelleren Diagnosen und 34 Prozent mit einer besseren Wissensauffrischung beim Fachpersonal. 30 Prozent erhoffen sich einen leichteren Zugang. Aber 43 Prozent fürchten auch, dass es weniger menschliche Kontakte geben könnte, 45 Prozent einen Missbrauch der Daten und 58 Prozent Fehler und Fehldiagnosen.

Tausche Daten gegen Empfehlung

Falsche Scheu ist laut den Autoren trotzdem nicht angebracht: Immerhin seien 81 Prozent der Befragten offen dafür, dass KI eine größere Rolle in ihrer persönlichen Gesundheitsversorgung spielen wird. Und 41 Prozent seien aufgeschlossen, ihre Gesundheitsdaten zu teilen, wenn sie dafür eine bessere Versorgung bekommen. Weitere 26 Prozent würden darüber nachdenken.

Was kann die KI besser als der Arzt?

  • Medikamentenpläne erstellen und überwachen: 42 Prozent
  • Monitoring chronischer Erkrankungen: 36 Prozent
  • Seltene Krankheiten erkennen: 35 Prozent
  • Personalisierte Therapiepläne erstellen: 25 Prozent

Und dennoch finden 38 Prozent, dass das Fachpersonal noch wichtiger wird, auch wenn 33 Prozent ein größeres Angebot an virtueller Beratung erwarten.

Denn: 86 Prozent gehen lieber zum Arzt vor Ort (international: 81 Prozent) und 57 Prozent lieber in die Apotheke vor Ort (international: 61 Prozent).

Chancen nicht verpassen

Laut Goldschmidt zeigen die Ergebnisse, dass Deutschland nicht den Anschluss verpassen sollte. Das sei aber eine politische Entscheidung, und derzeit vermisse er den Diskurs darüber.

„Wir sind in solchen Sachen gründlicher und damit langsamer. Wir verlieren Zeit und Chancen.“ Deutschland werde in Sachen heimischer Arzneimittelproduktion nicht wieder wie vor 40 Jahren die „Apotheke der Welt“ werden. „Das ist viel zu teuer; es gibt noch viele andere Gründe, warum wir nicht mit anderen Ländern konkurrieren können. Aber wenn es nicht die Produktion ist, was ist es dann? Wir müssen uns andere Bereiche suchen.“

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