Seit Anfang Mai hat die Glückauf Apotheke Werries im nordrhein-westfälischen Hamm eine neue Inhaberin. Nach mehr als 30 Jahren verabschiedete sich Altinhaber Dieter Reck in den Ruhestand und übergab seinen Betrieb an die 32 Jahre junge Sümerya Karatas. Es war ein fließender Übergang und Karatas bekommt weiterhin Unterstützung von Reck.
Seit 1921 gibt es die Glückauf Apotheke in Werries. Nun wurde das über 100 Jahre alte Traditionshaus an eine junge Apothekerin übergeben. Reck, der seit 1993 Inhaber war, geht somit nach 33 Jahren in den Ruhestand. Die Arzneimittelversorgung des Stadtteils ist somit gesichert, freut sich Karatas.
Obwohl eine Übernahme in der heutigen wirtschaftlichen Situation nicht selbstverständlich ist, habe eine Schließung der Apotheke nie zur Debatte gestanden. Dafür sei die Apotheke „viel zu groß“ erklärt Reck und auch „viel zu wichtig“.
Die neue Inhaberin bringt Erfahrung als Filialleiterin mit. Als sie dann Mutter wurde und in Elternzeit ging, habe sich eine neue Gelegenheit für sie geboten. Durch eine Anzeige sei sie auf das Gesuch von Reck aufmerksam geworden. Dann sei das Eine zum Anderen gekommen, erklärt sie.
Die Kundschaft sei sehr nett, freut sich Karatas. „Die Menschen haben mich mit Freundlichkeit und Herzlichkeit aufgenommen“, so Karatas. Die Menschen vor Ort hätten sich sehr gefreut, dass die Apotheke erhalten bleibt. Auch von ihrem Team habe sie die volle Unterstützung bekommen. „Alle wollten hier weiter arbeiten, es gab nicht einen, der mit der Übernahme aufhören wollte.“
Für die Zukunft setze sie zunächst auf Kontinuität. „Ich muss mich erstmal mit allem auseinandersetzen“, erklärt sie. „Aber dann möchte ich für die Apotheke ein Online-Angebot bereitstellen, denn das gibt es bisher noch nicht“, so Karatas. „Und auf jeden Fall werden wir demnächst pharmazeutische Dienstleistungen wie Medikationsanalysen anbieten“, so die junge Inhaberin.
Ganz leicht fiel dem 62-Jährigen der Abschied nicht. Es habe viel persönliche, freundschaftliche Verbundenheit gegeben. Ganz aus dem Betrieb verabschiedet hat er sich auch noch nicht: Karatas kann weiterhin auf Reck zählen. „Er kommt nahezu täglich für ein paar Stunden vorbei und hilft mir, wo er kann“, sagt sie.