Beleidigungen und Telefonterror

Nach Übernahme: Betrüger bedrängen Apothekerin

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Berlin -

Anfang des Jahres hat Jasmin Ennulath die Franziskus-Apotheke in Winterberg übernommen. Seitdem wird sie von Betrügern belästigt, die auf die Erfüllung eines angeblichen Vertrages über die Pflege von Geschäftsprofilen drängen. Tausende Euro würden verlangt, sagt die Apothekerin, die bereits ihren Anwalt eingeschaltet hat. 

Die Übernahme oder Neueröffnung einer Apotheke geschieht meist öffentlichkeitswirksam. Die Kundschaft wird informiert, und häufig berichten die lokalen Medien über den Wechsel oder die neue Apotheke. Das lockt auch Kriminelle: Nur zwei Wochen nach der erfolgten Übernahme sei der erste Anruf eingegangen, sagt Ennulath. „Mir wurde gesagt, dass für den Betrieb eine Vereinbarung über ein Businessprofil etwa für die Auffindbarkeit bei Google abgeschlossen worden sei. Ich sollte dafür 7000 Euro zahlen.“

Betrüger zeigen keine schriftlichen Nachweise

Schriftlich sei dagegen nie etwas gekommen. „Die Anrufe sind belästigend und haben mich verunsichert“, sagt sie. Glücklicherweise ist das Verhältnis zum vorherigen Inhaber gut und sie konnte Rücksprache halten. „Natürlich ist man in so einer Phase erst mal eingeschüchtert, wenn es um angeblich 7000 Euro geht, die plötzlich fällig werden.“ Die Telefonate seien unangenehm, auch weil der Druck erhöht werde.

Angeblich werde die Vereinbarung „automatisch“ an die neue Besitzerin oder den neuen Besitzer weitergegeben. „Wenn ich sofort zahle, würde sich der Betrag halbieren. Es ist ganz klar Betrug.“ Nachdem sie verneinte, sei sie beschimpft worden: „Mir wurden ‚Nazi-Methoden‘ vorgeworfen und ich sei ‚menschenverachtend‘.“ Die Nummern, die anriefen, seien unterschiedlich und blockieren nütze daher nichts.

Apothekerin wird immer wieder angerufen

Die Betrüger lassen nicht locker: „Der letzte Anruf ging vergangene Woche ein. Das ist schon gruselig.“ Ennulath informierte unlängst ihren Anwalt, der die Masche kenne. „Sie wenden sich direkt an Neustarter und wollen die Chance nutzen, dass man sich noch sortieren muss.“ Wenn man jedoch etwas Schriftliches als Nachweis einfordere, komme nichts.

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