Hilfsaktion

Kinderweihnachtswünsche aus der Apotheke

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Berlin -

Wenn Eltern sich in einer finanziell schwierigen Lage befinden, sind Geschenke unter dem Weihnachtsbaum keine Selbstverständlichkeit. Der Krefelder Apotheker Simon Krivec hat deshalb die „Weihnachtswunschbaum-Aktion“ ins Leben gerufen. Zum dritten Mal in Folge will er zusammen mit Kollegen auch in diesem Jahr für leuchtende Kinderaugen sorgen.

Bereits seit dem 12. November stehen in 25 Krefelder Apotheken, bei der Krefelder Tafel und der Deutschen Bank Stiftung Weihnachtsbäume, an deren Zweigen rote Papiersterne hängen – keine Dekoartikel, sondern sogenannte Wunschsterne. „Wir möchten Kindern im Alter bis zu 14 Jahren einen Herzenswunsch erfüllen“, erklärt Krivec. „In vielen Familien ist einfach kein Geld da, um die Wünsche der Kinder zu erfüllen“, ergänzt Hansgeorg Rehbein, Vorsitzender der Krefelder Tafel. „Auch in Krefeld wachsen viele Kinder in Armut auf. Ihnen werden nur selten Wünsche erfüllt.“

Und das geht so: Auf der Rückseite der Papiersterne stehen die Wünsche von Kindern, die von den Mitarbeitern der Krefelder Tafel für die Aktion ausgewählt wurden. Nach und nach sollen die Sterne von den Bäumen wieder verschwinden. Dabei kommen die Kunden der teilnehmenden Pharmazeuten ins Spiel. Denn die dürfen sich beim Einkauf in der Offizin einen Stern vom Baum abnehmen, wenn sie dabei helfen wollen, die Wünsche von Kindern aus einkommensschwachen Haushalten zu erfüllen.

Auf jedem der Sterne ist ein Vorname zu lesen sowie der Wunsch des jeweiligen Kindes. Sie wünschen sich zum Beispiel Malstifte, Spielzeug, Puppen, Kleidungsstücke oder auch einen Füller für die Schule. Die Aufgabe der Apothekenkunden soll es sein, ein passendes Geschenk für maximal 20 Euro zu besorgen und es schön verpackt rechtzeitig in der Offizin wieder abzugeben.

Zeit haben die Kunden dafür bis zum 6. Dezember. Sollten bis zum Aktionsende nicht alle Wunschsterne aus den Krefelder Apotheken verschwunden sein, übernehmen die Apotheker in Eigenregie. Im letzten Jahr sei allerdings kein Stern am Baum hängen geblieben, so Krivec.

Nach dem offiziellen Ende der Aktion am Nikolaustag kommt auf den Apotheker und seine Mitstreiter noch einige Arbeit zu. Schließlich müssen die eingesammelten Präsente an die Kinder verteilt werden. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass da ganze LKW-Ladungen zusammenkommen. Die Präsente sollen über die Ausgabestellen der Krefelder Tafel verteilt werden.

Die Hilfsaktion wurde von Krivec bereits im Jahr 2014 ins Leben gerufen. Der Apotheker kontaktierte einige Kollegen und stieß auf positive Resonanz. So entstand der Plan, Weihnachtswunschbäume in den Apotheken der Stadt aufzustellen. Nach 450 im Premierenjahr und 859 erfüllten Wünschen in 2015 werden dieses Jahr nach Angaben der Organisatoren mehr als 1000 rote Sterne an den Weihnachtswunschbäumen hängen.

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