Mit Ninjutsu gegen die Angst in der Offizin

Chef spendiert Selbstverteidigungs-Kurs Silvia Meixner, 05.11.2018 12:55 Uhr

Berlin - In vielen Apotheken geht die Angst um: Was, wenn wir überfallen werden? Was tun, wenn ein Kunde uns tätlich angreift? Wer schlau ist, übt sich in Prävention. Wie die Mitarbeiter der beiden Berliner Zieten Apotheken. Ihr Chef lud sie zum Selbstverteidigungskurs ein.

20 Teilnehmerinnen sagten spontan zu, an einem Sonntag einen Bujinkan-Ninjutsu-Kurs zu absolvieren. Sie spendierten ihre Freizeit, Apotheken-Inhaber Knut Möller die Kursgebühr. Er sagt: „Das ist eine tolle Sache und bringt alle weiter. Für sinnvolle Dinge gebe ich gern Geld aus. Der Kurs hat allen mehr Sicherheit im Leben gegeben.“

Das Thema Sicherheit in der Offizin flammte nach der Geiselnahme in der Bahnhof Apotheke in Köln vor drei Wochen neu auf. Vor drei Wochen hielt eine Geiselnahme in der Bahnhof Apotheke in Köln die Menschen in Atem. Der Täter nahm eine Apothekenmitarbeiterin in seine Gewalt, hatte sie bereits angezündet, als das SEK ihn überwältigte. Gegen eine Wahnsinnstat dieser Art gibt es vermutlich nur wenig Schutz, für die Gefahren im Alltag hingegen kann man sich mit einem Selbstverteidigungskurs wappnen. Im besten Fall schult er die körperliche Selbstverteidigungsfähigkeit und stärkt das Selbstbewusstsein.

Die Zieten Apotheken in Kreuzberg und Wedding haben hundert Mitarbeiter, Personalleiterin Annika Schrage sagt: „Unsere Apotheken haben einen hohen Frauenanteil, das ist ja meistens so. Eine studentische Aushilfe hat uns auf die Idee mit dem Selbstverteidigungskurs gebracht. Sie hat über den Unisport selbst so einen Kurs absolviert und fand es toll.“ Danach ging alles schnell: Der Chef war von der Idee überzeugt, es gab eine kleine Mitarbeiterumfrage, wer teilnehmen möchte.

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