Apotheker: Testzentrum in zwei Tagen aufgebaut

, Uhr

Berlin - Immer mehr neue Corona-Testzentren entstehen. Viele Inhaber:innen beteiligen sich an der Teststrategie und bauen Einrichtungen an der Apotheke oder in anderen Räumen auf. Apotheker Dr. Sebastian Michael benötigte zwei Tage, dann konnte er mit dem Testen beginnen.

Der Aufbau eines Corona-Testzentrums ist für Apotheker Neuland. Auch Michael wagte den Schritt und eröffnete eine Teststelle für kostenlose Bürgertests. „Als die generelle Beauftragung der Apotheken kam, war ich dabei“, sagt er. Zunächst versuchte der Inhaber der Löwen-Apotheke Waldheim gemeinsam mit der Stadt ein Zentrum zu errichten. „Das scheiterte an der Umsetzungsgeschwindigkeit und nicht am Willen“, sagt er.

Das Thema Testen war für viele Kollegen bereits seit Ende Dezember relevant. Zu Beginn wurden die Antigen-Tests für Selbstzahler angeboten. Seit der aktualisierten Teststrategie des Bundes können sich Bürger:innen kostenlos auf Covid-19 testen lassen. Apotheken erhalten ab April für die Durchführung 12 Euro und maximal 6 Euro pro beschafftem Test, zuvor gab es 9 Euro. Ein Gewinn winkt dabei kaum. Viele Inhaber:innen gehen in Vorleistung und sehen es als Beitrag zur Pandemiebekämpfung – in der Hoffnung, das der Service zumindest kostendeckend ist.

Deshalb sind die Pharmazeut:innen über Hilfe dankbar. Auch Michael fand zahlreiche Unterstützer: Ein Hotel aus Leipzig stellte die Trennwände, die für die Kabinen im Testzentrum nötig sind. Im Nachbarhaus hatte der Apotheker sich zuvor bereits eine leerstehende Wohnung ausgesucht, in der er das Zentrum errichten wollte. Das Hotel ist ein „Pandemie-Partner“ und leiht ihm die Abtrennungen. Michael stellte zuvor Desinfektionsmittel für das Hotel her. „Ich hatte dort noch etwas gut“, freut er sich. „Die Unterstützung ist großartig.“

Auch das Team im Testzentrum sei ein Gemeinschaftsprojekt: Viele Mitarbeiter:innen aus Arztpraxen oder Studierende machten mit, sagt er. Sogar ein Mitbewerber sei dabei. „Es ist ein gemeinsames Projekt des lokalen Gesundheitswesens.“ Aus seiner Apotheke zog er eine Fachkraft ab, die jetzt gegenüber testet. Insgesamt kann er über ein Online-Terminportal 400 Termine pro Tag vergeben.

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres

Corona-Impfung für Jugendliche

Zulassungsantrag: Comirnaty ab 12 Jahren»

Bis zu 1,8 Milliarden Dosen

EU bestellt Impfstoff für Kinder»

Liquiditätsbedarf in dreistelliger Millionenhöhe

Apobank: Apotheken kommen mit blauem Auge durch die Krise»

E-Rezepte von der Videosprechstunde zum Versender

Kry: Apo.com ersetzt DocMorris»

Ausgangssperre und Testpflicht an Schulen

Bund legt Vorschlag für Corona-Gesetz vor»

Desinfektionsmittelherstellung

Ethanol weiterhin erlaubt»

Konzern zieht Berufung zurück

Spahns Gesundheitsportal: Google gibt auf»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

6 sichere Wege, den Impfstoff in die Praxis zu bringen»

Wann zahlt der Inhaber, wann die Versicherung

Schaden an Corona-Impfstoffen: Wer haftet?»

Biontech will Kurier schicken

Zweite Lieferung ohne Praxis-Starterpaket»

Ausschlag ohne eindeutige Ursache

Update: Dyshidrose»

Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere

Ectoin in der Allergiepflege»

Kühlen, cremen, ablenken

Erste Hilfe bei Juckreiz»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B