Insel-Apotheke testet im Beiboot

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Berlin - Auf der ostfriesischen Insel Langeoog ist es ruhig geworden. Auch in der Insel-Apotheke spürt man, dass die Touristen nicht kommen dürfen. Einen Bedarf an Corona-Schnelltests gibt es dennoch. Inhaberin Katrin Dörr ist seit Ostern dabei und bietet den kostenfreien Service für die Insulaner an.

Bei 1800 Einwohnern und zwei Allgemeinärzten ist für das Team der Insel-Apotheke immer etwas zu tun. Dass Ostern zum zweiten Mal in Folge ein Lockdown gilt, sei natürlich spürbar, sagt Dörr. Immerhin handele es sich bei den Osterferien um die Hauptsaison. Sonst sei die Insel gut besucht. „Jetzt ist keiner da.“

Klagen will die Apothekerin aber nicht. „Man muss über die Runden kommen. Wir sind froh, dass wir jeden Tag öffnen können.“ Anderen Einzelhändlern wie Souvenir- oder Modegeschäften gehe es da deutlich schlechter. Insgesamt sei die Stimmung auf der Insel „recht positiv“. Doch auch im Norden macht sich Ungeduld breit: „Einmal Lockdown an Ostern hat jeder mitgemacht, das war mal was anderes. Aber wir wollen gerne wieder Gäste haben. Das Belebte fehlt, es ist schon schön, einmal andere Menschen zu sehen.“

Die Idee zum Testcenter entstand, weil sich der Betrieb in der Pandemie ebenfalls engagieren wollte. Zudem gab es vorher noch keine Teststelle. In der Apotheke war jedoch zu wenig Platz, um die Hygienevorschriften einhalten zu können. Die Verwaltung half kurzerhand aus und vermietete das Gemeindezentrum „Beiboot“. Dort baute die Inhaberin drei Testkabinen auf. Dörr stellte für die Organisation der Kunden neue Mitarbeiter ein. Die Tests werden nur von ihr oder pharmazeutischen und geschulten Mitarbeitern ausgeführt. Momentan werde immer ein:e Mitarbeiter:in der Teststelle zugewiesen. Sollte sich der Bedarf erhöhen, müsse umgeplant werden.

Täglich würden 30 Kunden auf eine Infektion mit Corona getestet. Bisher habe es noch keinen Positivfall gegeben. Das Angebot sei gut angekommen, freut sich Dörr. Derzeit werde ausprobiert, wie hoch der Bedarf ist. Mit dem Altenheim ist sie bereits im Gespräch. „Dort testet momentan das Pflegepersonal. Ihnen könnten wir das abnehmen.“ Termine können online über den Dienstleister No-Q gebucht werden. Die Insulaner können sich jetzt vor Ort testen lassen, um etwa auf das Festland zu kommen. Sonst mussten sie nach der Überfahrt direkt eine Teststelle ansteuern.

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