Apothekerin lobt Mitarbeiter

Teststelle: Weihnachtsmarktbude und Donut-Anhänger

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Berlin -

Die passenden Räumlichkeiten sind für manche Apotheken ein Knackpunkt, wenn ein Testzentrum geplant wird. Denn nicht immer gibt der eigene Betrieb genug Platz für die nötigen Hygienebestimmungen her. Das Apothekerehepaar Dr. Stefan und Sylwia Spaniel fand zwei besondere Alternativen.

Die Löwen Apotheke in Feuchtwangen bittet ihre Kunden für Schnelltests in eine Weihnachtsmarktbude. Gemeinsam mit der Stadt sei das Häuschen aus Holz organisiert worden, sagt Sylwia Spaniel. Die Pharmazeutin ist für das Testen verantwortlich. Seit Mitte März bietet die Apotheke den Service an. Die Bude musste erst etwas umgebaut werden, bevor es mit den Tests losgehen konnte.

In die Tür des Holzhäuschens sei ein Loch geschnitten worden, worüber der Abstich gemacht werde. „Über der Seitentür wurde außerdem ein Dach wegen der Anonymität der Testpersonen gebaut.“ Zudem seien eine Klimaanlage und ein Heizlüfter eingebaut worden. Die zweite Alternative für die fehlenden Räumlichkeiten ist ein Donut-Anhänger. Er sei als eine mobile Teststelle konzipiert und könne beispielsweise bei Firmen vorfahren.

Die Apothekenmitarbeiter testen nicht nur Angestellte und Bürger. Auch in Senioreneinrichtungen sind sie aktiv. „Viele Testpersonen kommen einfach so, andere vor Familienbesuchen. Wir haben hier ein gemischtes Publikum – alles, von klein bis groß“, sagt Spaniel. Die Apothekerin ist besonders stolz auf ihr Team. Denn ohne diesen Rückhalt, wäre die Organisation nicht möglich gewesen. „Wenn unsere Vollzeit-PTA nicht dahinterstehen würde, könnten wir es nicht anbieten.“

Das Personal ist für viele Kolleg:innen neben der Zeit eine weitere Hürde. Manche Apotheken finden keine Mitarbeiter, die sie für das Testen einstellen können. Bei anderen Betrieben lehnen die Angestellten den zusätzlichen Service auch komplett ab. „Ich habe meine PTA gefragt und sie wollen es nicht“, sagt ein Inhaber aus Bayern. Ein Grund sei, dass die Mitarbeiter noch nicht geimpft seien. Dazu komme, dass in der „normale Alltag“ mehr als genug sei. „Ich muss mich um momentan auch um meine Filiale kümmern, weil die Leiterin in Elternzeit ist. Ich habe eine 70 Stunden Woche.“

 

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