Testzentrum-Apotheke: Personalnot und Pralinen

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Berlin - Apotheken mit Testzentren sind gefragt. Das Angebot wird vielerorts noch immer stark angenommen – gerade in ländlichen Regionen. „Wir sind fast immer ausgebucht“, sagt Dagmar Köster. Die Inhaberin der gleichnamigen Apotheke in Menden bietet Bürgertestungen seit März an. In den Anfangszeiten erhob sie kurzzeitig wegen der Personalnot eine Gebühr für Zusatzservices wie das Ausdrucken des Zertifikats.

Köster betreibt zwei Testzentren. Bürger können sich online anmelden. Die Nachfrage schwanke und sei besonders vor Wochenenden hoch, sagt die Apothekerin. Im Schnitt würden täglich zwischen 300 und 400 Tests durchgeführt. Konfrontationen wegen der aktuellen Debatte um Betrugsverdacht in einzelnen Teststellen gebe es nicht: Die Kunden seien sehr dankbar über das Angebot. „Sie lassen Trinkgeld da oder bringen Pralinen und Kekse. Das ist wie ganz früher in der Apotheke.“

Die Inhaberin bietet ihren rund 60 Angestellten an, auch in den Testzentren arbeiten zu können. Anfangs habe es eine hohe Belastung der Mitarbeiter:innen gegeben, sagt Köster. „Wir haben Einschränkungen in unserer pharmazeutischen Tätigkeit gespürt.“ Das Telefon habe nicht mehr stillgestanden. Die Kunden hätten zahlreiche Fragen zu den Abläufen gehabt. Die meisten Testzentren seien telefonisch gar nicht erreichbar. Deshalb habe sich die Apothekerin entschieden, für Zusatzservices wie das Ausdrucken des Testzertifikats eine Gebühr von 3 Euro zu erheben. Der digitale Versand sei kostenfrei gewesen.

„Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, da wir überlaufen wurden“, so Köster. Die Mitarbeiter:innen seien am Limit gewesen. Diejenigen Kunden, die die Gebühr bezahlt hätten, hätten sich nicht beschwert. Kritik habe es unter einem Facebook-Eintrag gegeben. Eine regionale Zeitung titelte: „Abzocke-Vorwürfe gegen Apotheke“. Die Inhaberin fühlte sich von dem Blatt missverstanden. „Die haben uns das Wort im Mund umgedreht.“ Die Gebühr habe es nur kurzzeitig anfangs gegeben. Der Ausdruck-Service sei mittlerweile kostenlos und werde ohnehin kaum mehr nachgefragt. Zudem seien die Arbeitsabläufe eingespielt und weiteres Personal wie Krankenschwestern oder Studenten angestellt.

 

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