Spielberger-Apotheke

Zombie-Gutscheine in Spandau Carolin Bauer, 16.05.2018 10:35 Uhr

Berlin - Adler-, Charlotten- und Carl-Schurz-Apotheke: Jahrzehntelang ging es unter den Pharmazeuten in der Altstadt Spandau kollegial zu. Dann kamen Rolf und Cornelius Spielberger und starteten die Preisschlacht: Mit Rabatten am Rande der Legalität lockten sie Käufer. Auch unter dem neuen Eigentümer Martin Stahn reißen die Warteschlangen nicht ab. Jetzt hat die erste alteingesessene Apotheke aufgegeben – und ihren Kunden zum Abschied ausgerechnet den Wechsel zum aggressivsten Konkurrenten empfohlen.

Seit 1900 gab es in der Altstadt von Spandau die Privilegierte Adler-Apotheke, seit 1956 die Charlotten-Apotheke und seit 1971 die Carl-Schurz-Apotheke. Alle drei Betriebe gehörten zu den größeren Umsatzklassen und waren jahrzehntelang in der Hand alteingesessener Apothekerfamilien: Vogel, Diedrich und Knoll. 2001 kam die Arcaden-Apotheke im gleichnamigen Einkaufszentrum auf der anderen Seite des S-Bahnhofs hinzu.

Von vereinzelten Preisaktionen abgesehen, blieb es friedlich in Spandau. Das änderte sich, als Rolf Spielberger 2007 die Schurz-Apotheke übernahm. Ob der mittlerweile verstorbene Inhaber der Pelikan-Apotheke in Tempelhof nur vom Standort überzeugt war oder ob es weitere Gründe für den Ausflug in den westlichen Stadtteil gegeben hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Dem Vernehmen nach hatte es einige Jahre zuvor Streit mit Arcaden-Apotheker Dr. Herbert Kuberka gegeben, der sogar innerhalb der Elac für Aufregung sorgte.

Jedenfalls legte Spielberger einen Kaufpreis auf den Tisch, bei dem die damalige Pächterin trotz Vorkaufsrecht nur abwinken konnte. Nach der Übernahme wurde die Apotheke an den Sohn übertragen und in Spielberger-Apotheke umbenannt. Aus dem klassischen, konventionellen und eher konservativen geprägten Betrieb wurde eine Discountapotheke.

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