Rabattmeile Müllerstraße

Allein gegen die Schnäppchen Silvia Meixner, 25.07.2018 10:12 Uhr

Berlin - Seit fünfeinhalb Jahren führt Apotheker Cafr Zor die Steinbock-Apotheke. Im Reigen der Müllerstraßen-Apotheken ist er der nördlichste. Hausnummer 96, die Konkurrenz ist angenehm weit entfernt. „Beim Preisdumping mache ich nicht mit“, sagt Zor. Seine Apotheke beweist: Es geht auch ohne Schnäppchenkrieg.

Der Steinbock ist ein wendiges Tier. Hoch oben in den Bergen ist er ein ausgezeichneter Kletterer, gibt es Ärger mit anderen Tieren, bringt er sich mit zwei bis drei Meter großen Sprüngen flink in Sicherheit. Wo andere Tiere oder gar menschliche Wanderer hilflos in die Tiefe stürzen würden, findet der Steinbock immer noch problemlos Halt. Weil er es kann. Das Hochgebirgswesen ist ein guter Namensgeber für eine Apotheke. Wendig, schnell und trittsicher muss man nämlich auch in der Müllerstraße sein, wenn man überleben möchte.

„Ich mache nicht bei Preiskämpfen mit“, sagt Zor selbstbewusst, „mein Credo ist Service, Service, Service. Wir machen eine anständige Beratung und liefern schnell, unsere Kunden wissen das zu schätzen.“ Die Steinbock-Apotheke gibt es seit 80 Jahren, er hat sie vor fünfeinhalb Jahren übernommen. „Wir haben von Anfang an nicht bei den Rabatten mitgemacht. Und wir haben keine überteuerten Preise.“

Seine Lage am nördlichen Ende der Müllerstraße erleichtert ihm seine konsequente Haltung. „Es hängt natürlich auch davon ab, wie dicht man seinen nächsten Apotheken-Nachbarn hat.“ Bei ihm ist der nächste Konkurrent eine U-Bahnstation entfernt. Er kann also durchatmen und sein Ding machen.

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