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Dumpingpreise in der Polenmarkt-Apotheke Torsten Bless, 24.02.2018 09:22 Uhr

Berlin - Eine neue Apotheke auf dem Gelände des Polenmarkts Hohenwutzen verkauft Medikamente zu erheblich niedrigeren Preisen als in Deutschland. Die Kollegen im benachbarten Brandenburg halten mit ihrer Beratungskompetenz dagegen.

Bis zu 50 Prozent Ersparnis beim Kauf von Zigaretten, Lebensmitteln, Kleidung oder Eisenwaren verspricht der direkt hinter der Grenze gelegene Polenmarkt Hohenwutzen. Auf dem Gelände einer ehemaligen Zellstoff- und Papierfabrik erstrecken sich über 700 Marktstände, unter offenem Himmel und in beheizten Hallen. Möglich werden die Schnäppchen dank der im Vergleich zu Deutschland teils erheblich niedrigeren Preise, Steuern und Löhne. Zweimal täglich fährt ein Shuttlebus von Berlin-Marzahn über die Odergrenze.

Seit Kurzem lockt hier auch die Apotheke an der Brücke auch an Sonn- und Feiertagen mit Kampfpreisen selbst im Vergleich zur deutschen Versandapotheke: Voltaren forte ist unter dem polnischen Markennamen Max für 13 statt 18 Euro in der 180g-Tube oder für 8,50 statt 12 Euro in der 100g-Ausführung gelistet. 10 ml Hylo Gel oder Hylo Comod-Augentropfen sind für 8 statt 13 Euro zu haben. 24 Tabletten Grypostop (das Äquivalent zu Grippostad) sind für 3 statt 6 Euro erhältlich, Neo Angin Halstabletten in der 36er-Packung für 4 statt 7 Euro.

„Apothekenpunkte“ gebe es auf dem Gelände bereits seit sieben Jahren, sagt Nicolas Gesch, der aus Deutschland stammende Geschäftsführer des Polenmarkts. „Dort dürfen aber nur abgepackte Medikamente verkauft werden.“ Das sei den Betreibern des Polenmarkts auf die Dauer nicht genug gewesen. „Wir wollen den Markt ständig weiterentwickeln und attraktiv für unsere Kunden halten. Da ist es doch besser, wenn man eine Apotheke hat, die alles anbieten kann.“ Darum habe man sich gezielt auf die Suche nach einem weiteren Betreiber gemacht, zuletzt mit einem Inserat in der regionalen Zeitung. Die Wahl fiel auf Rammo Sharif. „Er hob sich durch sein besonderes Engagement und seine Approbation hervor. So kann er auch Rezepturen anfertigen.“ Die mögen im Apothekenalltag einen geringen Anteil ausmachen. „Aber es ist gut, wenn man auch diese Nische anbieten kann.“ Mit dem weiter bestehenden Apothekenpunkt sei man noch immer zufrieden. „Doch Konkurrenz belebt das Geschäft, für die Kunden ist es gut, wenn es einen Wettbewerb gibt.“

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