Personalmangel

Bewerber sagen ab – Center-Apotheke schließt früher Alexander Müller, 13.11.2017 10:16 Uhr

Berlin - Apotheken in Einkaufszentren haben unverkennbar Vorteile: reichlich Parkplätze vor der Tür und überdurchschnittlich viel Laufkundschaft. Auf der Schattenseite stehen ein oft geringer Rx-Umsatz und lange Öffnungszeiten. Das treibt nicht nur die Personalkosten in die Höhe – man muss überhaupt erst einmal jemanden finden. Eine Center-Apotheke ist daran verzweifelt und macht jetzt früher zu.

Die Apotheke ist in der Ladenzeile eines großen Real-Marktes untergebracht. Im Supermarkt können die Kunden bis Mitternacht einkaufen. Die angrenzenden Geschäfte sollen eigentlich wenigstens während der „Kernöffnungszeiten“ und damit bis 22 Uhr geöffnet sein. Doch das lohnt sich für die angesiedelten Händler in der Regel nicht.

So hatte die Apotheke als einzige immerhin bis 21 Uhr geöffnet, als Bäcker und Reisebüro längst geschlossen waren. Besonders lukrativ war das nicht – aber das war nicht das größte Problem der Inhaberin: Sie fand einfach kein Personal mehr für diese Zeiten.

Vier Bewerber auf offene Stellen sagten ab, Apotheker und PTA. Die Begründung war immer dieselbe: Die mit den Öffnungszeiten verbundenen Arbeitszeiten seien zu unattraktiv und auch mit übertariflicher Bezahlung nicht zu entschädigen. Die Inhaberin sah nur einen Ausweg: In Abstimmung mit der Center-Leitung verkürzte sie die Öffnungszeiten. Jetzt schließt die Apotheke um 20 Uhr und das Personalproblem ist gelöst.

Auch anderenorts bewegen sich Apotheken gegen den Trend immer längerer Öffnungszeiten. Eine Apotheke in Wolfsburg hat die Mittagspause wieder eingeführt, weil an dem Standort zu dieser Zeit einfach kaum Kunden kamen. Am Abend wurde ebenfalls eine Stunde gestrichen: Die Apotheke schließt jetzt schon um 18 Uhr. Und weil die Ärzte am Mittwochnachmittag zu haben, ist auch die Apotheke zu dieser „Tradition“ zurückgekehrt. Dem Chef zufolge hat sich die Maßnahme geloh

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