AU-Schein.de

Whatsapp-Krankenschein jetzt ohne Whatsapp APOTHEKE ADHOC, 23.08.2019 13:39 Uhr

Berlin - Das umstrittene Portal AU-Schein.de nutzt künftig nicht mehr den Messengerdienst Whatsapp. Wie das Hamburger Start-up am Freitag bekanntgab erfolgt die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits seit dem 14. August in einem gesicherten Download-Bereich auf der Website. Mit der Kritik an dem Unternehmen habe der Schritt aber nichts zu tun.

Das Unternehmen hatte großes Interesse auf sich gezogen, zahlreiche Medien berichteten über das Geschäftsmodell, Krankenscheine per Whatsapp zu versenden. Zuletzt gab es jedoch ein paar Dämpfer: Nicht nur sind die vorab per Messenger versendeten AU-Scheine rechtlich ungültig, wie die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) verlauten ließ, auch hat der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) AU-Schein.de abgemahnt. Die Form der Ausstellung über einen Fragebogen verstößt dem Verein zufolge nämlich gegen die Bestimmungen der entsprechenden Berufsordnung sowie gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG).

Dem Start-up zufolge hat das eine aber mit dem anderen nichts zu tun. „Das steht in keinem Zusammenhang zueinander“, so eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Auch sei es irreführend, von einer Ungültigkeit der AU-Scheine zu sprechen: Nur das vorab per Whatsapp versendete Fot sei zwar rechtlich ungültig, jeder Patient erhalte aber den echten AU-Schein auf dem Postweg nachgeschickt. Daran ändere sich auch im neuen System nichts.

Dieses werde es neuen Patienten noch leichter machen, einen AU-Schein digital zu erhalten, ohne dabei Sicherheitsbedenken haben zu müssen, so das Start-up. Viele Verbraucher hätten beim Thema Whatsapp grundsätzliche Datenschutzbedenken. Statt der Versendung über den zu Facebook gehörenden Dienst bekommt nun jeder Patient eine Bestellnummer per Mail und einen Code per SMS. Mittels Zwei-Faktor-Authorisierungssystem kann die Krankschreibung dann auf der Webseite des Unternehmens von einem deutschen Server herunterladen und entschlüsseln werden. Das Original werde dann wie bisher per Post versendet.

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