„So eine Chance hat man nur einmal im Leben“

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Berlin - Das E-Rezept lässt die Herzen der Versender höher schlagen. Beim DocMorris-Mutterkonzern Zur Rose rechnet man sich schon aus, nach der Ablösung des Papierrezepts Milliardenumsätze einfahren zu können. „Das ist eine Chance für unser Unternehmen, wie man sie nur einmal im Leben bekommt“, sagt CEO Walter Oberhänsli.

Seit Jahren warten die Versandapotheken sehnsüchtig auf das E-Rezept. „Höchste Zeit für eHealth!“, gab Oberhänsli schon 2014 als Devise aus. Passiert ist lange nichts. Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun zeitnah Fakten schaffen will, löst bei Zur Rose regelrechte Begeisterung aus. Bis Mitte des Jahres wolle Spahn seinen Entwurf durchbringen, sodass das E-Rezept bereits Anfang 2020 eingeführt werden könnte, erklärt Oberhänsli. „Das ist eine Chance für uns, auf die lange gewartet haben.“

Oberhänsli rechnet vor: Derzeit liegt der Marktanteil der Versender im Rx-Bereich bei 1,3 Prozent, davon entfallen 38 Prozent auf Zur Rose, was einem Umsatz von 250 Millionen Euro entspricht. Würde der Versandanteil auf 5 Prozent steigen, könnten sich unter Annahme der bisherigen Quote die Umsätze auf eine Milliarde Euro steigern – und zwar schon kurz- bis mittelfristig. Oberhänsli hält sogar einen Marktanteil von 10 Prozent für durchaus realistisch, was dann 1,9 Milliarden Euro an zusätzlichen Erlösen in die Kasse spülen würde.

Bei Zur Rose rechnet man sich gute Chancen aus, von Anfang an mitspielen und profitieren zu können. 2019 werde das Jahr der Versuche und Pilotprojekte, so Oberhänsli. Er lässt keinen Zweifel daran, dass Zur Rose sich bereits einbringen will, bevor Spahns Gesetz sieben Monate nach Verkündung tatsächlich in Kraft tritt. Er verweist auf die beim Modellprojekt der TK eingesetzte Technologie, die von Zur Rose mitentwickelt und bereitgestellt wurde.

Doch auch mit anderen Kassen wolle man Pilotprojekte vorantreiben, so Oberhänsli. Dasselbe gelte für Ärzte; hier sei man in Verhandlungen für entsprechende Modelle. Details verraten will er noch nicht, weil es noch keine Unterschriften gibt. Vermutlich könnte es aber nach Unterzeichnung der Verträge sehr schnell an die Umsetzung gehen: Mit dem Schmerzzentrum Berlin hatte Zur Rose bereits vor Jahren einen entsprechenden Versuch gestartet; mit dem Deutschen Hausärzteverband hatte sich Zur Rose später – erfolglos – mit dem Projekt „eRx“ um Fördergelder aus dem Innovationsfonds beworben.

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