Rezepte gegen Cash

DocMorris wiederholt Doppel-Bonus-Wochen

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Berlin -

DocMorris legt sich erneut ins Zeug, um Verordnungen abzugreifen: Wie schon vergangenen Sommer wirbt die Versandapotheke im Moment wieder mit doppeltem Bonus für das Einsenden von Rezepten. Die Aktion geht noch bis Ende März.

Der Werbetext ist fast im Wortlaut der gleiche wie vergangenes Jahr: „Sie wissen ja: Bei DocMorris erhalten Sie einen Bonus für rezeptpflichtige Medikamente. Normalerweise sind es das mindestens 2,50 und bis zu 5 Euro pro Packung“, heißt es darin. Bei einem Rezept mit sechs Packungen kommen so bis zu 30 Euro zusammen. Zusätzlich gibt es 10 Euro für Kunden, die zum ersten Mal ein Rezept einschicken.

„Aber jetzt legen wir noch einen drauf! Bis 31.03.2020 gilt: 1 x Medikament bestellen – 2 x Bonus erhalten“, heißt es erneut. „Pro rezeptpflichtiger Packung erhalten Sie dann mindestens 5 und bis zu 10 Euro Bonus.“ Der Bonus liegt also erneut über der Packungspauschale von 8,35 Euro.

Rein rechnerisch könnten so bis zu 60 Euro Bonus drin sein – mehr als viele Bestellungen kosten. Wahrscheinlich auch deshalb ködert DocMorris Kunden damit, dass ihr Bonus nicht verfällt, wenn er höher ist als der Preis. „Wenn der Bonus Ihren Zahlbetrag überschreitet, dann wird das Bonus-Guthaben auf ihrem Kundenkonto gesammelt und ab 30 Euro sogar ausbezahlt!“, so der Versender. „Private Krankenversicherung, Beihilfestellen und sonstige Dritte, denen die Rechnung zur Geltendmachung von Erstattungsansprüchen vorgelegt wird, rechnen den Bonus eventuell auf den Erstattungsbetrag an“, heißt es darunter zur Erklärung im Kleingedruckten.

Ebendort darf natürlich der obligatorische Hinweis nicht fehlen: „Manche individuell anzufertigende Arzneimittel (Rezepturen) sind bei DocMorris nicht erhältlich oder ihre Anfertigung kann länger dauern. Bitte wenden Sie sich vor Bestellung einer Rezeptur an unseren Kundenservice unter 0800 480 8000 (kostenfrei). Bitte legen Sie außerdem Ihrem Rezept Ihre Telefonnummer für eventuelle pharmazeutische Rückfragen bei.“

Walter Oberhänsli, CEO des Mutterkonzerns Zur Rose, hatte bereits vergangenen März eine groß angelegte Kampagne angekündigt. Details etwa zum Zeitplan oder zu konkreten Maßnahmen wollte er damals noch nicht verraten: Man warte ab, wie sich die Dinge jetzt entwickelten, und entscheide dann, ob und wann man starte. Ziel sei es, Verbraucher anzusprechen, die bislang nicht bei Zur Rose einkaufen.

Am Geld für Werbemaßnahmen scheitere es langfristig jedenfalls nicht, wie Finanzchef Marcel Ziwica vergangenes Jahr erklärte: Die Bearbeitung von Papierrezepten sorgt bei Versendern wie Zur Rose für erheblichen Aufwand und Kosten. Inklusive der Aufwendungen für Freiumschläge bezifferte er die Belastungen auf 2 bis 3 Prozent des Umsatzes. Entsprechende Einsparungen im Zusammenhang mit der Einführung des E-Rezepts könnten auf den Ertrag gutgeschrieben oder für Kampagnen und Boni aufgewendet werden. Allerdings geht Oberhänsli ohnehin davon aus, dass das E-Rezept zum Selbstläufer wird. Er verweist auf die Erfahrungen in Schweden, wo der Rx-Versand auch ohne Boni, alleine aus Gründen der Convenience innerhalb kurzer Zeit einen Anteil von 6 bis 10 Prozent erreicht habe.

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