Aktienkurse: Kapitalmarkt setzt auf E-Rezept

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Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) drängt auf die Einführung des E-Rezepts. Bereits 2020 soll die elektronische Variante den traditionellen Papierzettel ablösen. Das beflügelt offenbar auch die Fantasie der Börsenanalysten. Das Privatbankhaus Hauck & Aufhäuser empfiehlt die Shop-Apotheke zum Kauf. Auch deren Finanzvorstand Ulrich Wandel sieht im E-Rezept die Chance für den großen Durchbruch der Branche.

Analyst Christian Salis von der Privatbank Hauck & Aufhäuser sieht in der geplanten Einführung von elektronischen Rezepten einen „Meilenstein“ für die Versandapotheken, wie er Mitte Februar in einer Studie schrieb. E-Rezepte könnten von Online-Versendern direkt bearbeitet werden. Die Bank empfiehlt ihren Kunden den Kauf der Aktien der Shop-Apotheke und peilt ein Kursziel von 51 Euro an – gegenüber zuletzt rund 36 Euro.

Dabei hat die Aktie in den letzten Monaten ein rasantes Auf und Ab hinter sich: Im August 2018 notierte der Kurs noch bei 54,40 Euro und stürzte bis zum 20. Februar auf 34,40 Euro ab – ein Rückgang um knapp 40 Prozent. Das E-Rezept soll nun die Wende bringen, glaubt die Bank. Denn Medikamente eigneten sich für den E-Commerce wie kaum eine andere Warengruppe: Klein und leicht, werthaltig, lagerfähig und hochgradig standardisiert seien sie wie geschaffen für die Online-Logistik. Und Retouren, wie sie beispielsweise in der Modesparte an der Tagesordnung sind, sind bei Arzneimitteln nur die Ausnahme.

„Mit dem elektronischen Rezept entfällt eine Hürde für die Kunden – der Gang zum nächsten Briefkasten. Auf unserer Seite fällt das Einlesen der Rezepte weg, die Übermittlung erfolgt unmittelbar, und die Lieferung wird schneller“, erklärt Wandel gegenüber der „Welt“, die sich in einem Bericht ausführlich mit den Folgen der Einführung des E-Rezepts befasst. Bei der Vorstellung der endgültigen Jahreszahlen Mitte März werde die Shop-Apotheke vorzeigen, welche Chancen das elektronische Rezept für das Unternehmen bringe, kündigt der Finanzchef dort an: „Für uns ist das ein Game-Changer, der uns deutlich nach vorne katapultieren sollte.“

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