Berlin -

Für einige Apotheker ist Amazon Geschäftspartner. Sie machen sich den Online-Marktplatz zunutze. Amazon ist für sie zu einem wichtigen Vertriebskanal geworden. Sie profitieren von der Plattform und haben dort einen eigenen Kundenstamm aufgebaut. Der Münchener Prime Now-Apotheker Michael Grintz rät Kollegen nur zu einem Einstieg, wenn sie es ernsthaft angehen und bereit sind, sich anzupassen.

Vor-Ort-Apotheken haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Versandapotheken. Sie haben die Produkte vorrätig oder schnell verfügbar und per Botendienst rasch beim Kunden. Auch bei Amazon ist die Schnelligkeit ein wichtiger Faktor – neben Preis und Qualität. Viele Inhaber tummeln sich seit Jahren auf dem Marktplatz. Unter den am besten bewerteten Apotheken sind bekannte Versandgrößen wie Medpex, Eurapon, Apo-Discounter oder Aponeo, aber auch kleinere Landapotheken. Der Münchener Apotheker Dr. Hermann Vogel jr. sah die Verkäufe bei Amazon kritisch und ging juristisch gegen einen Kollegen vor. Das Landgericht Magdeburg sah darin kein Problem: Demnach handelt es sich bei den Verkäufen um eine ganz normale Spielart des Versandhandels.

Aus dem Nähkästchen plaudern wollen die teilnehmenden Landapotheker nicht. Die Sorge: Beschimpfungen von Kollegen oder Ärger mit dem US-Konzern. Man habe mit öffentlichen Äußerungen zum Geschäft bei Amazon schlechte Erfahrungen gemacht, sagt ein Brancheninsider. Deshalb wird lieber im Hintergrund gearbeitet. Wichtigstes Ziel: Zufriedene Kunden.

Für die Amazon-Apotheker sind die Bewertungen besonders wichtig. Denn wer schlechte Kritiken hat, tut sich schwerer in der Neukundenakquise. Den Nutzern geht es nicht nur um den günstigsten Preis, auch der Service zählt. Es gebe eine ganze Reihe verschiedener Elemente, um in der Darstellung der Suchergebnisse weit oben zu erscheinen. „Wichtig ist, prompt zu arbeiten und die Preise müssen stimmen“, sagt ein Apotheker, der seit fast zehn Jahren über den Marktplatz verkauft.

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