Grintz: „Ich wurde schon als Kaufmann beschimpft“

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Berlin - Der Münchener Apotheker Michael Grintz hat beim Kooperationsgipfel des BVDAK seine Partnerschaft mit Amazon verteidigt:  „Was ich tue ist kaufmännisch sinnvoll“, sagte er in München. Kritik von Kollegen ist er gewohnt. „Einer hat mich tatsächlich schon mal als Kaufmann beschimpft.“ Dass der US-Konzern in Deutschland über eine eigene Apotheke tätig sein könnte, hält er für „möglich, aber hinreichend unwahrscheinlich“.

Grintz vertreibt seit 2016 über Amazon Arzneimittel, seit Mai 2017 bietet er über die Bienen-Apotheken Prime Now an – also die Lieferung innerhalb von wenigen Stunden in München. Die Partnerschaft mit Amazon sei sehr ungleich. „Ich suche mir meine Nischen.“ Als Nestbeschmutzer sei er noch nie bezeichnet worden, antwortete Grintz auf eine Frage aus dem Publikum.

Er betonte dagegen: „Ich bin Heilberufler und bin deshalb in der Apotheke erfolgreich.“ Seine vier Standorte seien nicht von Zusatzverkäufen abhängig. „Das soll natürlich stattfinden. Aber es gibt keinen wirtschaftlichen Druck für Mitarbeiter, das zu tun.“ Grintz kooperiert auf verschiedenen Ebenen mit Amazon. „Ich versuche alle Vertriebswege zu nutzen, um mich breit aufzustellen.“ Er selbst habe in acht europäischen Ländern Umsatzsteuer angemeldet. Allerdings könne er aus gesetzlichen Gründen keine Arzneimittel an den Konzern schicken, um sie dort einzulagern.

Vermutungen, wonach der Online-Händler in Deutschland über eine eigene Apotheke aktiv sein will, hält er für spekulativ. „Ich persönlich halte es nicht für wahrscheinlich, dass Amazon eine Apotheke eröffnen wird.“ Zum einen sei dies in Deutschland nicht erlaubt. Außerdem versuche der Konzern immer mehr Umsätze über Partnerschaften mit Händlern zu generieren.

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