FFP2-Honorar: MVDA kritisiert Spahns Schnellschüsse

, Uhr

Berlin - Mit Befremden und Verärgerung reagiert der Marketing Verein Deutscher Apotheker (MVDA) auf die geplante Kürzung der FFP2-Pauschale. „Dass jetzt eine Verordnung die andere jagt, ist für die Versorgung der Bevölkerung mit FFP2-Masken nicht eben hilfreich“, so Vizepräsident Dr. Holger Wicht, der bei der Kooperation die gesundheitspolitische Arbeit verantwortet.

Besonders ärgerlich für die Apotheken sei die vollkommen neue Bewertung ihrer Leistungen und ihrer Aufgaben. Insbesondere Ende des Jahres hätten sich deutschlandweit alle Apotheken massiv dafür eingesetzt, Risikogruppen gezielt zu beraten und sie schnell und flächendeckend mit Masken zu versorgen. „Dass die Apothekerinnen und Apotheker jetzt vom Versorger zum reinen Maskenverteiler degradiert werden, entspricht weder ihrer Ausbildung noch ihrem Versorgungsauftrag. Der Gesundheitsminister scheint der beratenden Kompetenz der pharmazeutischen Heilberufe in der nach wie vor andauernden Pandemie-Krise inzwischen keine große Bedeutung mehr zuzumessen“, so Wicht.

Das Hin und Her weckt böse Erinnerungen an den Eiertanz der Politik bei der Sicherung des einheitlichen Abgabepreises. „Planungssicherheit sehe jedenfalls anders aus“, sagt MVDA-Präsidentin Gabriela Hame-Fischer. „Hat man schon wieder verdrängt oder vergessen, dass Apotheken über Jahre immer der zuverlässige Notnagel der flächendeckenden Gesundheitsversorgung sind, wie beispielsweise beim europaweiten Mangel an Desinfektionsmitteln vor nicht mal einem Jahr oder erst jüngst in der ersten Phase der Maskenvergabe kurz vor Weihnachten?“

Außerdem sei es schlicht nicht wahr, dass der Aufwand für Beschaffung, Lagerung, Abgabe und Abrechnung der Schutzmasken „durch den festgelegten Erstattungspreis abgedeckt“ sei, so Wicht mit Verweis auf die Verordnung. Allein die in der Verordnung genannte Auflistung der apothekerlichen Pflichten zeige jedem klar rechnenden Freiberufler, dass die administrative Betreuung der Maskendistribution für einen Preis von 3,30 Euro nicht zu machen sei. „Unsere Ausbildung und unsere heilberufliche Kompetenz wird mit diesem Euro-Geschacher mit Füßen getreten“, entrüstet sich Wicht.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»
Kühlen, cremen, ablenken
Erste Hilfe bei Juckreiz»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B