Trotz 3,30 Euro: Apothekerin bleibt bei FFP2-Rabatt

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Berlin - Die St. Osdag-Apotheke Mandelsloh in Neustadt in Niedersachsen sorgt mit einem Kundenanschreiben für Wirbel. Kunden können sich demnach den Eigenanteil sparen, wenn sie die Berechtigungsscheine dort einlösen. Als Bonus gibt es sogar 50 OP-Masken dazu. Rechtlich sei man auf der sicheren Seite, sagt Inhaberin Jasmin Stark. Denn bei der Umsetzung setzt sie auf einen Partner. Die Pharmazeutin will trotz der Ankündigung, dass das Maskenhonorar fast halbiert wird, an ihrer Aktion festhalten. 

Der Erlass der Eigenbeteiligung bei der Abgabe der FFP2-Masken spaltet die Gemüter. Auch die St. Osdag-Apotheke Mandelsloh in Neustadt am Rübenberge bietet Kunden momentan an, die insgesamt 4 Euro nicht zahlen zu müssen. Sie hat über eine Firma bundesweit 7000 Menschen anschreiben lassen. „Wir von der Pflegefreunde GmbH bieten ihnen heute ein einmaliges Super-Angebot an! Lösen sie ihre Berechtigungsscheine bei unserer St. Osdag Apotheke ein“, heißt es in dem Schreiben. „Ich habe es an eine Firma abgegeben, da ich die Aktion im Tagesgeschäft nicht schaffen würde“, sagt Inhaberin Jasmin Stark.

Der Anbieter von Pflege-, Gesundheits- und Medizinprodukten wird von Heinrich Voß aus Hannover betrieben. „Wir spenden jedem, der die zwei Gutscheine einlöst, die vier Euro“, sagt er. Dazu gebe es noch 50 OP-Masken. Der Hilfsmittelbeschaffer hat das Werbeschreiben aufgesetzt. „Durch eine Großbestellung konnte ein äußerst günstiger Einkaufspreis erzielt werden, der an sie weitergeht“, heißt es darin. Die insgesamt 62 Masken würden „auf dem schnellsten Wege per Eilversand (kostenlos)“ geliefert.

„Herzlichen Glückwunsch, da Sie zu den Einsendern gehören, erhalten Sie mit der Eil-Lieferung zusätzlich 50 Atemschutzmasken geschenkt. Völlig kostenlos und gratis und ohne weitere Verpflichtung.“ Im Anschluss wird erklärt, was die Kunden tun müssen, „um die Vorteile zu erhalten“. Die beiden Berechtigungsscheine sollen in dem beiliegenden Freiumschlag an die Apotheke geschickt werden. Die sofortige Einlösung sei garantiert.

Im ersten Schwung wurden Senioren im Alter von 75 Jahren und älter angeschrieben. Die Resonanz sei überwältigend, sagt Stark. „90 Prozent freuen sich.“ Für andere Empfänger klingt das Angebot offenbar zu gut, um wahr zu sein – manche meldeten sich mit Rückfragen. „Sie wollen sich beispielsweise vergewissern, dass es kein Fake ist.“ Voß erhält bis zu 250 Anrufe pro Tag. Manche seien skeptisch, sagt er. Die Briefe erzeugten auch in der Hauptstadt Wirbel: Sogar die Berliner Polizei habe angerufen, um den Sachverhalt zu prüfen.

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