Lieferdienst will in die Fläche

30 Millionen Euro: US-Investor steigt bei Mayd ein

, Uhr
Berlin -

Der Apothekenlieferdienst Mayd geht mit finanziellem Schwung in das neue Jahr. Das Berliner Start-up sammelte bei einem US-Investor 30 Millionen Euro ein. Damit soll die Expansion vorangetrieben werden. Nach der Belieferung von Großstädten wie Berlin, Hamburg und München werden bereits kleinere Ziele ausgemacht – womit der Druck auf den Apothekenbotendienst steigt.

Über die App Mayd können Verbraucher:innen kostenfrei OTC- und Freiwahlprodukte bestellen – sie geben ihre Postleitzahl ein und bekommen eine Apotheke vorgeschlagen, die je nach Möglichkeit geändert werden kann. Anders als andere Plattform nimmt Mayd nur wenige ausgewählte Partner an Bord. Die Apotheke bearbeitet den Auftrag und gibt die Bestellung an Fahrer von Mayd ab. Die Berliner Firma verspricht den Endkund:innen, die Ware innerhalb von 30 Minuten zu liefern. In der Hauptstadt kam eine Apotheke bereits an ihre Belastungsgrenze – insbesondere an den Wochenenden oder Abenden, standen die Maydfahrer Schlange, um die Produkte abzuholen.

Mit Lightspeed Venture Partners steigt ein US-Investor ein, der bereits in mehrere Gesundheitsunternehmen aus Digital-, Tech- und Diagnosticbereich investiert. Paul Murphy, Partner bei Lightspeed Venture Partners, schätzt Europa als Schlüsselmarkt ein: „Das Team von Mayd hat uns mit seinem Konzept bereits früh überzeugt und in Deutschland unter Beweis gestellt, dass die Nachfrage nach einer digitalen Lieferplattform rund um Apothekenprodukte immens ist.“ Der US-Markt habe gezeigt, dass das Potential weit über den reinen Verkauf von Apothekenprodukten hinausgehe. „Wir sind davon überzeugt, dass dieses in Deutschland und Europa sogar noch größer ist.”

Schnelle Expansion in Deutschland und Europa

Mayd-Mitgründer und Geschäftsführer Hanno Heintzenberg freut sich über den neuen Investor. „Der Einstieg im Rahmen der Series-A zeigt noch einmal deutlich das Potential des europäischen Marktes, in dem wir noch in diesem Jahr – neben der voranschreitenden Expansion in Deutschland – weitere Märkte erschließen möchten.” Zeitnah soll in zwei europäische Länder expandiert werden. Auch die Bestandsinvestoren Target Global, 468 Capital und Earlybird Venture Capital hätten weiter investiert.

Bisher kooperiert Mayd mit Apotheken in den Städten Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf. Auch kleinere Orte sollen jetzt dazu kommen. Fahrer werden aktuell für Aachen, Augsburg, Bremen, Essen, Leipzig, Mannheim, Münster, Nürnberg oder Stuttgart gesucht. Mayd wurde im April 2021 gegründet und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter:innen sowie 350 Fahrer:innen, die allerdings über verschiedene als UG firmierende Tochtergesellschaften angestellt sind.

Auch weitere branchenfremde Anbieter kooperieren mit Apotheken und wollen die Endkund:innen beliefern: Kurando fährt ein ähnliches Konzept. Der Essenslieferdienst Wolt fährt ebenfalls bereits in Kooperation mit dem Münchener Bienenverbund Apothekenprodukte aus.

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