Arzneimittel-Schnelllieferdienst

Mayd will auf die Dörfer

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Video-Interview mit Mayd-CEO Hanno Heintzenberg.Foto: Andreas Domma
Berlin -

Der Schnelllieferdienst Mayd will sich nicht nur in Großstädten etablieren, sondern auch den Apotheken in ländlichen Regionen Angebote machen. CEO und Mitgründer Hanno Heintzenberg sprach mit APOTHEKE ADHOC bei der Zukunftskonferenz VISION.A über seine Pläne, die Konkurrenz und die größten Vorbehalte gegen das Modell.

Das Konzept Mayd ist in der Branche umstritten. Ein häufig geäußerter Vorbehalt ist, dass die Marge im OTC-Geschäft schlicht nicht ausreiche, um einen Dritten daran zu beteiligen. Die hohe Anzahl der teilnehmenden Apotheken belege, dass das nicht stimmen könne, so Heintzenberg. In der täglichen Praxis werde auch Vorwurf entkräftet, dass keine Beratung stattfinde. Diese werde regelmäßig von den Kund:innen eingefordert oder proaktiv von den Apotheken angeboten. „Für die Beratung wird immer gesorgt“, beteuert der Mayd-Chef.

Die Apotheken versuchen auch aus den eigenen Reihen heraus Plattform-Modelle zu entwickeln. Heintzenberg sieht das gelassen: „Grundsätzlich kann das jeder. Aber jedem muss klar ein: Das kostet unfassbar viel Geld, das haben Immobilien-Plattformen, Autoplattformen etc. in der Vergangenheit alle bewiesen. Das sind hunderte Millionen-Beträge, teilweise Milliarden, die investiert werden. Auch Beträge, von denen wir ausgehen, um unsere Plattform am Ende etabliert und profitabel gestalten zu können. Wenn die Apotheken sagen: Das kriegen wir auch so hin, dann sollen sie es gerne versuchen.“

Konzept je nach Stadtgröße

Aktuell ist Mayd in 17 Städten vertreten, wöchentlich kommen laut Heintzenberg neue dazu. Dabei unterscheidet sich das Konzept je nachdem, ob es in einer Metropolregion oder eher in einer normalen Mittelstadt Anwendung findet. „Das Konzept muss zur jeweiligen Stadt, zur Bevölkerungsdichte passen.“ Eine Teilnahme bei Mayd unter Nutzung des eigenen Personals – also ohne die „Rider“ der Plattform – ist auch in ländlichen Gebieten möglich. „Wir haben aber auch Lösungen im Hinterkopf, um flächendeckend, das heißt auch in den ländlichsten Regionen Dienstleistungen anbieten zu können, die besser sind als das, was heute verfügbar ist.“

Eigentlich hatte man auch bei Mayd mit dem E-Rezept gerechnet. Nachdem die flächendeckende Einführung verschoben wurde, erwartet Heintzenberg diesen Schritt nun Ende des Jahres. Und er ist überzeugt, dass sich das E-Rezept schnell durchsetzen wird: „Ein gutes Produkt, über das man alle seine Rezepte einlösen kann, wird eine signifikante Nachfrage haben. Wir gehen von 25 Prozent aus, mein Gefühl sagt: deutlich mehr.“

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