Knuspr: Lieferdienst bringt Obst und OTC | APOTHEKE ADHOC
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Knuspr: Lieferdienst bringt Obst und OTC

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Berlin -

Online-Bringdienste haben den Apothekenmarkt für sich entdeckt. Mit Knuspr wirbt die nächste Plattform um Vor-Ort-Apotheken: Der Internet-Supermarkt will in mehreren Städten den Wocheneinkauf inklusive OTC-Arzneimittel liefern. Bisher kooperiert die Delphin-Apotheke im Raum München mit dem Anbieter, der zur tschechischen Rohlik-Gruppe gehört.

Rohlik ist seit Mitte 2021 hierzulande über das Unternehmen „Großer Kern“ mit der Plattform Knuspr aktiv. Der Online-Supermarkt präsentiert sich als „Hofladen“ und betont die Nähe zu regionalen Anbietern. Das Konzept sieht vor, die Produkte vom eigenen 7500 Quadratmeter großen Lagerhaus in Garching bei München zu liefern. Der Warenfluss wird intern gesteuert. Eine eigene Fahrzeugflotte liefert die Produkte von Montag bis Samstag zwischen 7 und 22 Uhr aus.

Apotheke gliedert Online-Shop aus

Seit Jahresanfang kooperiert das Unternehmen mit der Delphin-Apotheke von Valerie Brückner. Der Betrieb sitzt in Oberschleißheim, rund 20 Kilometer vom Münchener Zentrum entfernt, und betreibt einen eigenen Webshop. Zusätzlich gibt es nun das Angebot über Knuspr: OTC- und Freiwahlprodukte können über die Plattform unter dem Stichwort „Apotheke“ bestellt werden. Der Prozess ist aufwendig, denn Verkäufer ist die Apotheke und nicht der Bringdienst. Diese Unterscheidung wird der Nutzer:in zunächst mitgeteilt, bevor Produkte ausgewählt werden können.

„Willkommen in der Delphin-Apotheke! Du verlässt nun den Online-Shop von Knuspr und betrittst den Online-Shop der Delphin Apotheke, die mit Knuspr kooperiert. Lege die Ware aus der Apotheke in den Warenkorb und bestelle wie gewohnt“, heißt es. „Qualifizierte Apothekenmitarbeiter bereiten die Bestellung für dich vor und übergeben sie deinem Knuspr-Boten, der dir die Produkte nach Hause bringt.“ Das Betreten des „Online-Shops der Apotheke“ muss aktiv per Klick aus Datenschutzgründen zugestimmt werden. Nur so könne die Apotheke ihren rechtlichen Pflichten nachkommen.

Eine Knuspr-Sprecherin betont: Knuspr biete für die Apothekenartikel „ausschließlich den Lieferservice“. „Die Lieferung kommt direkt von der Apotheke zu Knuspr und wird nicht eingelagert: Die Apothekenartikel werden direkt in der Delphin-Apotheke von einer Pharmazeutin oder einem Pharmazeuten kontrolliert und in einer eigenen Delphin-Apotheken-Tüte verpackt, versiegelt und schließlich an Knuspr zugestellt. Anschließend liefert Knuspr den gesamten Einkauf inklusive der Apothekenprodukte nach Hause.“

Knuspr grenzt Apotheke ab

Der Online-Shop auf der Website liegt den Geschäftsbedingungen der Apotheke zufolge „im ausschließlichen Verantwortungsbereich der Delphin-Apotheke“. Die Bezahlung wiederum wird über Knuspr abgewickelt: „Du verlässt die Delphin-Apotheke und gehst zurück in den Supermarkt knuspr.de“, muss die Nutzer:in bestätigen, wenn der Warenkorb angesteuert wird. Die Kund:in kann sich ein Zeitfenster aussuchen, wann die Apothekenprodukte zugestellt werden müssen.

Da Knuspr „alles für den Wocheneinkauf“ liefere, sei es „naheliegend, auch rezeptfreie Apothekenartikel anzubieten“, sagt die Sprecherin. Mit der Kooperation mit der Apotheke ist das Unternehmen zufrieden: Das Angebot werde bereits gut angenommen. „Mehrere Tausend Kunden kaufen ihre rezeptfreien Arzneimittel bei der Delphin-Apotheke und bekommen sie mit ihrem Wocheneinkauf von Knuspr geliefert“, sagt die Sprecherin.

Die Kund:innen sollen ihre Bestellungen von Knuspr innerhalb von drei Stunden erhalten. Der Mix aus „Supermarkt & Hofladen in Kombination mit rezeptfreien Produkten aus der Apotheke sei in dieser Form bei keinem anderen Händler zu finden, so die Sprecherin.

Partnerapotheken gesucht

Bei Knuspr will man mehr stationäre Apotheken als Geschäftspartner gewinnen. Seit Februar ist der Anbieter auch in der Region Rhein-Main mit Frankfurt, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden aktiv. Die Belieferung mit Lebensmitteln für Verbraucher:innen in Hamburg sei in Vorbereitung und werde im September starten. Ein Ausbau der Arzneimittellieferung ist geplant: „Das werden wir in Zukunft auch an den anderen Standorten anbieten – jeweils mit lokalen Partner-Apotheken.“

In Tschechien ist der Lieferdienst Rohlik von Gründer und Firmenchef von Tomáš Čupr seit 2014 aktiv, 2019 gab es laut Unternehmensangaben erstmals mehr als 10.000 Bestellungen. Kurz darauf folgte der Start in Ungarn. Seit Ende 2020 bietet Rohlik mit der Plattform Gurkerl Lebensmittellieferungen in Österreich an. In diesem Jahr ist die Expansion in Italien, Spanien und Rumänien geplant. Zum Geschäftsmodell gehören auch mehrere Eigenmarken im Lebensmittelbereich.

Der Markt für Online-Bringdienste kann für Investoren lukrativ sein. Mit der Ausweitung des Angebots auf Gesundheits- und Apothekenprodukte kann gerade mit dem Blick auf die Einführung des E-Rezepts in Deutschland mehr Wachstum versprochen und weitere Geldgeber gelockt werden. Rohlik sammelte laut eigenem Bekunden erst im vergangenen Jahr 290 Millionen Euro ein, um zu wachsen und schnellere Services anbieten zu können.

Auch Wolt liefert Apothekenmarken

Der Essenslieferant Wolt liefert in München bereits über „apominga Innenstadt. Die Online Apotheke in München“ in Kooperation mit der Bienen-Apotheke Laimer Platz. Der Erfolg der Partnerschaft und damit das Interesse der Kundschaft an Apothekenprodukte über Essenslieferdienste ist fraglich – denn über die Wolt-Plattform werden nur fünf Produkte in den beiden Kategorien Magen & Darm sowie Haut & Haare angeboten.

Seit einigen Monaten versuchen Start-ups wie Mayd oder Kurando mehr oder minder erfolgreich, Apothekenkund:innen für sich zu gewinnen. Vor wenigen Tagen übernahm die niederländische Shop Apotheke den Schnelllieferdienst First A aus Berlin.

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