Mediclix: Schnelllieferdienst und Heimbetreuer | APOTHEKE ADHOC
Neue Apotheken-Plattform

Mediclix: Schnelllieferdienst und Heimbetreuer

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Berlin -

Mit Mediclix wirbt der nächste Schnelllieferdienst um Apothekenkundschaft. Die Plattform startete vor zwei Wochen in Köln mit der Birken-Apotheke als Partner. Auch wenn zunächst wie bei den Mitbewerbern die „Lieferung in Minuten“ im Vordergrund steht, will sich Mitgründer Yannick Michels nicht nur beim Bezahlmodell von Mayd & Co. abgrenzen.

Derzeit arbeitet die Plattform mit drei Apotheken in Köln und Düsseldorf zusammen. Bald soll Münster folgen. „Das Interesse ist da, noch ist der Andrang nicht riesig, aber die Nachfrage steigt“, so Michels. Mit Plakaten wird aktuell auf den kostenlosen Service aufmerksam gemacht. Dabei zielt Mediclix unter anderem auf Allergiepräparate und Produkte gegen einen Kater. „Hilfe aus deiner Apotheke bis ans Bett (fast)“, heißt es in der Reklame.

Bestellt wird über den Webshop auf der Internetseite, die App befinde sich noch in der Entwicklung. Nach der Adresseingabe gelangt man zu den einzelnen Kategorien und kann Produkte in den Warenkorb packen. Im Warenkorb wird die Apotheke angezeigt. Die Kund:in kann zwischen Expresslieferung und Abholung wählen, bevor es zur Kasse geht. Aktuell liefern 25 angestellte Mediclix-Fahrer die Ware an die Endverbraucher:innen aus.

Hybrides Liefermodell geplant

Im Herbst soll der Botendienst der Apotheken als Lieferoption integriert werden. Gleichzeitig könnten die Partner-Apotheken die Mediclix-Fahrer auf Wunsch ebenfalls nutzen und Aufträge aus der Apotheke übermitteln. Diese Funktion sei als Feature bereits digital integriert. Auch beim Bezahlmodell will man sich von Mayd oder Kurando distanzieren. „Wir haben keine Umsatzbeteiligung“, betont Michels. Apotheken zahlten eine Pauschale und es gebe eine Zielvereinbarung. Wenn mehr Aufträge eingingen, als darin definiert, erhalte Mediclix eine Bonuszahlung.

Heimbelieferung im Fokus

Einen Schwerpunkt will Mediclix auf Pflegeheime und deren Belieferung setzen. Das Thema ist Michels vertraut. Sein Vater war 30 Jahre lang in der Branche tätig und steht dem Unternehmen beratend und als Investor zur Seite. Mediclix bietet Pflegeheimen eine Bestellsoftware an. „Sie soll allen beteiligten Parteien Entlastung bringen“, sagt Michels. Ein Ziel sei, das Inventurmanagment der Heime zu automatisieren. Ein knapper Arzneimittelbestand soll gemeldet und eine Rezept-Anforderung an den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin verschickt werden. „Wenn das E-Rezept da ist, kann die Bestellung per Klick an die ausgewählte Apotheke übermittelt werden.“

Der Prozess solle mit der Software vollständig digitalisiert werden. Auch ohne E-Rezept entstehe ein geringerer Aufwand für Apotheken, sagt Michels. Denn wenn die Bestellungen digital vorlägen, sei der Ablauf einfacher, als wenn ein Handzettel per Fax in der Apotheke ankomme. Vorraussetzung sei natürlich, dass alle Beteiligten an die Telematikinfrastruktur angeschlossen seien. Die Apotheken seien dabei besonders innovationsfreudig. Das junge Unternehmen dürfte dabei auch vom Erfahrungsschatz der Birken Apotheke von Erik Tenberken profitieren, die in der Heimbelieferung und Verblisterung aktiv ist.

Beim Thema Kapital will Michels nicht zu viel verraten. Noch nicht. Denn aktuell laufe eine Finanzierungsrunde. „Danach müssen wir uns nicht verstecken“, ist sich der Gründer sicher. Hinter der Plattform steht das Unternehmen Health Innova mit Sitz in Heimbach in der Eifel. Aktuell gibt es zehn Angestellte. Michels und Mitgründerin Natalie Neufer studierten an der Hochschule Fresenius Gesundheitsökonomie und schauten sich den Apothekenmarkt bereits vor der Pandemie genauer an. „Wir haben uns damals gefragt, woran das Apothekensterben liegt“, sagt Michels. Bereits 2019 habe es die Idee einer Plattform gegeben. Ziel sei es nicht, Arzneimittel wie Pizza auszufahren, sondern langfristige Lösungen für Chroniker und in Richtung Arzneimitteltherapiesicherheit anzubieten.

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