Wartungsarbeiten und App-Probleme

Was ist los bei Kurando?

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Berlin -

Die sogenannten Schnelllieferdienste für Arzneimittel sind ein kapitalintensives Geschäftsmodell. Die Start-ups benötigen Millionen – allein um bei den Endverbraucher:innen auf das Lieferkonzept aufmerksam zu machen. Während Pionier Mayd mit ordentlich finanziellem Rückenwind auf eine schnelle Expansion setzt, geht es bei Kurando langsamer voran.

Kurando arbeitet bei der kostenlosen Belieferung von OTC- und Freiwahlprodukten mit Vor-Ort-Apotheken zusammen. Das Berliner Start-up ist in vier Städten aktiv. Doch momentan gibt es Probleme in München und Düsseldorf: Weder über die App noch über einen Browser lassen sich Bestellungen generieren. „Der Betrieb läuft“, betont Mitgründer Niklas Spiegel und dementiert damit Gerüchte, wonach das Geschäft in beiden Städten aufgrund fehlender Investoren eingestellt worden sein soll. Von der neuen App soll es Ende der Woche eine neue Version geben.

Das Start-up war im Dezember in Berlin gestartet und ist laut eigenen Angaben auch in Hamburg aktiv. Dort und in Berlin können über die App und die Browser-Funktion Produkte bestellt werden. Das Start-up arbeitet mit mehreren Apotheken zusammen, die dann je nach Stadtbezirk ausliefern. Online wird damit geworben: „Apotheken sind wichtig, damit wir als Gesellschaft gesund bleiben. Unterstütze sie mit Deiner Bestellung.“ Und: „Erhalte Hilfe von echten Apotheker:innen. Fragen zu Risiken oder Nebenwirkungen? Der Kontakt zu deinem Apotheker ist nur einen Klick entfernt!“

Nicht ganz so genau nehmen sollte man es bei der versprochenen Geschwindigkeit. „Wir liefern Deine Medikamente versandkostenfrei in Minuten zu Dir“, heißt es auf der Website. Tatsächlich wurde eine Testbestellung in Berlin nach rund 50 Minuten zugestellt – und zwar durch eine Mitarbeiterin aus dem Büro, die sich schnell einen Leihroller geschnappt hatte.

Kurando verspricht aber nicht nur die kostenlose Zustellung, sondern spendiert Kund:innen derzeit auch einen saftigen Kennenlernrabatt: 50 Prozent des Kaufpreises werden bei Eingabe eines entsprechenden Gutscheincodes erlassen. Außerdem wirbt das Unternehmen seit einigen Wochen auf großformatigen Plakatflächen und Litfaßsäulen für sein Angebot – teilweise in direkter Nachbarschaft zum Konkurrenten Mayd.

Finanzierungsrunde läuft

All das kostet Geld. Spiegel zufolge läuft aktuell eine weitere Finanzierungsrunde. Bislang habe das Unternehmen rund 2 Millionen Euro eingesammelt. „Gestern haben wir uns eine weitere Finanzierung gesichert“, sagt er. Diese sei nicht so groß wie beim Mitbewerber Mayd, doch anders als dieser setze Kurando auf langsames Wachstum und externe Partner bei der Auslieferung der Produkte wie Fleet. „Wir haben einen anderen Ansatz“, sagt er.

Der Markt an sich sei „sehr kapitalintensiv“, so der Jungunternehmer. „Wir versuchen, das Geschäft nachhaltiger aufzubauen und Partnerschaften mit bestehenden Lieferdiensten einzugehen.“ Dadurch könne man die „Ressourcen sinnvoller nutzen“. Natürlich wäre das Unternehmen „gerne schon weiter“, wie die strategische Entwicklung aussehen werde, werde sich nach Abschluss der aktuellen Finanzierungsrunde in spätestens vier Wochen zeigen.

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