Apotheke verwechselt Lipanthyl und Litalir

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Die Nord-Apotheke erklärt: „Der personifizierte Abholschein wurde nicht ordnungsgemäß mit dem reservierten Medikament und dem korrekten Patientennamen verglichen.“ Die Apotheke entschuldigte sich beim Betroffenen für den Fehler. In „Kassensturz“ kommt auch Enea Martinelli, Chefapotheker der Spitäler Frutigen, Meiringen und Interlaken, zu Wort: „Wir hatten gerade letzte Woche einen Fall. Wir gaben jemandem eine zu hohe Dosierung eines Medikaments. Das ist kein gravierender Fall, trotzdem haben wir mit der Person Konakt aufgenommen und das Medikament selbstverständlich ausgetauscht.“

Vier-Augen-Prinzip, mehrfache Kontrollsysteme, aufmerksame Mitarbeiter – und trotzdem passieren auch in Apotheken Verwechslungen, manche mit tödlichem Ausgang. In „Kassensturz“ präsentiert Erika Ziltener, Präsidentin des Dachverbandes Schweizerischer Patientenstellen, Arztrezepte, die unleserlich sind und sagt: „Hier haben Sie keine Ahnung, um welches Medikament es geht. Sie haben keine Ahnung, in welcher Dosierung, welcher Form die Medikamente verabreicht werden müssen. Sie können nichts daraus lesen. Das geht nicht.“

Sie fordert, Arztrezepte künftig nur noch per Computer zu schreiben. „Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen. Ein Rezept muss klar verständlich geschrieben sein.“ Der Berufsverband der Schweizer Ärzte (FMH) ist gegen diesen Vorschlag und antwortet umgehend: „Sollte ein Rezept für einen Apotheker schlecht lesbar sein, kann er jederzeit beim verschreibenden Arzt rückfragen.“

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