Apothekerfehler vor Gericht

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Berlin - Die meisten Fälle, in denen ein falsches Arzneimittel abgegeben wurde, fallen in den Apotheken glücklicherweise noch rechtzeitig auf, bei der Rezeptkontrolle etwa. Im besten Fall wird der Patient erreicht, bevor er die erste Tablette eingenommen hat. Doch hin und wieder kommt es vor, dass sich Pharmazeuten und PTA vor Gericht verantworten müssen.

Tödliche Methadon-Dosis: 2008 wurde ein Apotheker im schleswig-holsteinischen Pinneberg wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt. Er hatte einer 26-jährigen Patienten versehentlich eine Überdosis des Substitutionsmittels Methadon verabreicht, woraufhin die Frau ins Koma fiel und zwei Tage später starb.

Der 55-jährige Apotheker hatte seinen Fehler vor Gericht eingeräumt und sich bei der Familie der Betroffenen entschuldigt. Er hatte nur einen flüchtigen Blick auf das Rezept geworfen: Lediglich 38 Milligramm der Ersatzdroge hätte die Patientin erhalten sollen. Versehentlich hatte der Apotheker etwa 550 Milligramm – die 15-fache Menge – eingewogen und der Patientin in Orangensaft angerührt zu trinken gegeben. Der Apotheker räumte auf Nachfrage ein, dass bei seinen bisherigen Methadon-Patienten eine Tageshöchstmenge von 50 Milligramm nie überschritten wurde.

Fataler Irrtum nach Ladenschluss:Im westfälischen Petershagen unterlief einem Apotheker im Samstagsdienst ein fataler Irrtum. Er musste Renvela (Sevelamer) bestellten und zur Dialysepatientin nach Hause liefern. Als der Großhandel nach Ladenschluss lieferte, griff er in die oberste Kiste und gab statt des überlebenswichtigen Phosphatbinders versehentlich Veramex (Verapamil) ab. Die 78-jährige Patientin verstarb, der Apotheker wurde vom Schöffengericht Minden zunächst zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten auf Bewährung verurteilt. Im Dezember 2016 kassierte das Landgericht Bielefeld die erstinstanzliche Entscheidung und setzte stattdessen eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen à 60 Euro fest.

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