Abgabefehler: Eine PTA berichtet

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Berlin - Fehler sind menschlich – und auch dort, wo Menschen sich um die Gesundheit von anderen kümmern, passieren welche. Kommt es trotz aller Sorgfalt in der Apotheke zu einem Zwischenfall, kann es ganz schnell gefährlich werden. Jeder PTA steht in solchen Situationen der Schweiß auf der Stirn. Wird der Fehler bemerkt, muss es schnell gehen – wichtig ist es dann, ihn so schnell wie möglich zu korrigieren und dafür zu sorgen, dass ein Fehler dieser Art möglichst nicht noch einmal vorkommt. Wie so etwas im Apothekenalltag passieren und aussehen kann – eine PTA berichtet.

Es ist ein ganz normaler Montagmorgen. Meine Kollegin Mona und ich öffnen die Apotheke und schon nach kurzer Zeit ist das Wochenende vergessen. Den ganzen Morgen über ist gut zu tun, die Apotheke ist voll. Ich habe sogar einige Vorgänge, die ich noch nicht abgeschlossen habe. Kaum verlässt der eine Kunde die Apotheke, stehen schon zwei neue in der Offizin, die Schlange reißt nicht ab. Zwischendurch kommt unsere PKA Laura von hinten und fragt mich, ob ich kurz ans Telefon kann. Frau Berger hat eine Frage zu ihren Medikamenten. Ich gehe also in einem Moment, in dem kurz Luft ist, nach hinten ans Telefon, um ihre Fragen zu beantworten. Kaum aufgelegt, muss ich wieder weiter bedienen.

Ein Rezeptkunde steht da – er reicht mir insgesamt fünf Rezepte über den HV. „Einmal die Monatsration für meine Frau und mich. Wir haben nichts mehr und brauchen das dringend“, meint er. Ich tippe alles in den Computer ein. Es dauert eine Weile, bis alle Medikamente eingegeben sind, und ich merke, dass der Kunde ungeduldig wird. Als ich fertig bin, gehe ich zügig zur Schublade, um alles zusammen zu suchen. Furosemid, Ramipril, Metoprolol, Simvastatin, Amitriptylin, Sertralin, Candesartan und Metformin. Dazu kommen noch Teststreifen und Pennadeln.

Während ich mich durch das Alphabet suche, spricht mich unsere PKA wieder an. Ein Kunde ist am Telefon: „Sag mal, kannst du dich an Herrn Köhler erinnern? Er hat grade angerufen und meinte, er hätte ein Medikament von dir nicht bekommen.“ Ich antworte nur kurz und eile nach vorne zu meinem wartenden Kunden.

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