Apotheker verschweigt Abgabefehler

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Berlin -

Ein Apotheker in Neuseeland hat jetzt ein Problem: Er hat einen 79-Jährigen mit dem falschen Medikament versorgt. Anstelle des Immunsuppressivums, das der Mann wegen einer Nierentransplantation bekommen sollte, gab der Apotheker ein Chemotherapeutikum ab. Damit nicht genug, versuchte der Pharmazeut in der Folge, seinen Fehler zu verheimlichen. Das könnte ihn nun vor Gericht bringen.

Der Apotheker hatte dem Patienten im Oktober 2013 fälschlicherweise Cyclophosphamid 50 mg ausgehändigt anstatt Ciclosporin 50mg. Sein Pharmazieassistent hatte die Verpackungen offenbar verwechselt und das falsche Präparat zur Abgabe herausgesucht. Tatsächlich handelt es sich bei Cyclophosphamid um kleine pinkfarbene Tabletten in einer Flasche. Ciclosporin-Kapseln sind weiß, in Folie eingeschweißt und werden einer Pappschachtel abgegeben.

Der Apotheker bemerkte den Irrtum nicht, unterzeichnete die Bedienung des Folgerezept und gab das Präparat ab. Als der Patient einige Wochen später zu einer Routineuntersuchung in die Apotheke zurückkehrte, machte er den Apotheker darauf aufmerksam, dass sein Medikament anders ausgesehen habe als das, das er zuvor immer erhalten hatte.

Der Apotheker argumentierte, die pinken Tabletten seien ein Generikum. Die „neuen Tabletten“ seien aber inzwischen wieder außer Vertrieb gegangen, so dass der Patient wieder die ursprünglichen Kapseln nehmen solle. Der Mann ließ den Rest der Packung in der Apotheke. Eine spätere Prüfung ergab, dass er etwa 45 Tabletten genommen haben musste.

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