Herzrhythmusstörungen

Verwechslung Kalium/Calcium – Patient tot Deniz Cicek-Görkem, 09.10.2017 13:20 Uhr

Berlin - Übereinstimmenden Berichten österreichischer Medien zufolge verstarb ein 61-Jähriger am vergangenem Dienstag an den Folgen einer Medikamentenverwechslung. Ein Pfleger hatte ihm versehentlich die falsche Infusion verabreicht und wird nun für das Nierenversagen verantwortlich gemacht, das dem herzkranken Patienten das Leben kostete.

Der Patient wurde am 30. September 2017 mit einer Herzrhythmusstörung in das Landeskrankenkaus (LKH) Kirchtorf/Krems in Oberösterreich eingeliefert und auf die Intensivstation verlagert. Therapiert werden sollte er mit Sedacoron (Amiodaron) und einer Kalium/Magnesium-Infusion, stattdessen habe der Pfleger jedoch eine Calcium/Magnesium-Infusion gesetzt. Das Nachrichtenblatt „MeinBezirk“ berichtet, dass dieses Medikament zuvor von einem anderen Mitarbeiter falsch in das Regal eingeordnet wurde, eine letzte Kontrolle des Pflegers vor Anlegung der Infusion habe gefehlt.

„Wenn der Kalium-Wert zu hoch oder zu niedrig ist, kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Calcium hingegen wird zur Blutwäsche gegeben. Normalerweise werden die Schachteln mit den unterschiedlichen Infusionen in verschiedenen Räumen aufbewahrt. Es liegt der Verdacht nahe, dass eine Schachtel falsch eingeordnet wurde“, sagt Dr. Oswald Schuberth, ärztliche Direktor des LKH Kirchdorf.

„Eine Schachtel enthält zwölf Infusionen. Der Pfleger dürfte das falsche Medikament erwischt und das Etikett nicht noch einmal kontrolliert haben. Die Behälter haben die gleiche Größe, aber eine unterschiedliche Form. Das Etikett unterscheidet sich, unter anderem in der Farbe. Der Arzt verordnet das Medikament, die Pflege hat die Durchführungsverantwortung“, zitiert die Zeitung weiter.

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