Pflegeeinrichtungen

Vertauschte Medikamente: Hohe Dunkelziffer in Heimen dpa, 15.01.2018 16:31 Uhr

Magdeburg/Erfurt - Beim Giftinformationszentrum in Erfurt sind 2017 mehr Anrufe als im Vorjahr aus Heimen eingegangen, weil versehentlich Medikamente vertauscht wurden. Aus den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern wurden 2017 zusammen 139 Hilferufe bearbeitet nach 116 im Jahr zuvor, wie die Leiterin des Giftinformationszentrums, Dagmar Prasa mitteilte.

Aus Alten- und Pflegeheimen sowie Behinderteneinrichtungen in Sachsen-Anhalt seien im vergangenen Jahr 12 Anfragen gekommen, 2016 seien es 14 gewesen. Prasa betonte, dass die Zahl der Anrufe im Giftinformationszentrum nicht das tatsächliche Ausmaß der Verwechslungsfälle widerspiegele.

Auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) Sachsen-Anhalt, der regelmäßig alle Pflegeeinrichtungen im Land besucht, vermutet ein Dunkelfeld. „Das Vertauschen von Medikamenten ist schlecht festzustellen“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Qualitätsprüfung des MDK, Ina Schulze, in Magdeburg. „Das wäre eher ein Zufallsbefund.“ Schulze betonte, jeder Fall sei einer zu viel. Bei all dem Zeitdruck, den es in der Pflege unbestritten gebe, müssten zwei Dinge immer stimmen: die Behandlungspflege und die Medikamentengabe. „Das muss funktionieren, auch bei Zeitdruck.“

Häufiger begegne den Prüfern das Problem, dass Pflegebedürftige verordnete Medikamente überhaupt nicht bekommen. Entweder werde nicht beachtet, welche Medikamente die alten Menschen benötigten oder die Medikamente würden nicht neu beschafft, wenn alte Packungen leer geworden si

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