Abgabefehler: Straffreiheit für Apotheker

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Berlin -

Britische Apotheker und ihre Angestellten werden bei falscher Medikamentenabgabe unter bestimmten Bedingungen künftig vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt. Königin Elizabeth II unterzeichnete das Gesetz der konservativen Regierung, in Kraft treten wird es voraussichtlich im April.

Um bei unbeabsichtigten Abgabefehlern straffrei auszugehen, müssen Apotheker und ihre Mitarbeiter aus Apotheken nachweisen, dass sie im „Rahmen der Ausübung ihres Berufs“ gehandelt haben. Das berichtet das britische Branchenmagazin Chemist + Druggist. Dazu gehört, dass sie Medikamente aufgrund eines Rezepts oder gemäß der auf die jeweilige Patientengruppe zugeschnittenen Richtlinie („patient group directive“) verkauft oder abgegeben haben, und dass sie den Patienten umgehend informiert haben, sobald ein Irrtum entdeckt wurde.

Strafrechtliche Maßnahmen sollen künftig nur greifen, wenn „zweifelsfrei“ nachgewiesen kann, dass Apotheker ihr fachliches Können „für unrechtmäßige Zwecke“ missbraucht oder „vorsätzlich die Patientensicherheit missachtet“ haben.

Das von Gesundheitsminister Jeremy Hunt erarbeitete Gesetz gehört zu einem Aktionspaket zur Eindämmung von Medikationsfehlern. Damit sollten die „Schädigungen und Todesfälle“ von Patienten bekämpft werden, die „völlig vermeidbar wären“, so Hunt. Sein Ministerium ergänzte, die Maßnahmen würden Apothekenmitarbeiter mit anderen Gesundheitsberufen gleichstellen und künftig dazu beitragen, dass mehr Fehler gemeldet werden. So werde es dem britischen Gesundheitsdienst NHS ermöglicht, daraus zu lernen „und eine Kultur der Offenheit und Transparenz“ zu schaffen. Die Ausweitung der neuen Bestimmungen auf Pharmazeuten, die in Krankenhäusern oder anderen pharmazeutischen Einrichtungen arbeiten, werde gerade geprüft.

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