Amsterdam baut für die EMA

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Berlin - Die Niederlande bauen der Europäischen Arzneimittelagentur EMA ein stattliches neues Hauptquartier in Amsterdam, vorerst auf Staatskosten. Doch der Deal lohnt sich, denn im Windschatten der Behörde dürfte ein Geldsegen in die Grachtenstadt wehen. Am Dienstag trat der Verwaltungsrat zu einer Sondersitzung mit einer niederländischen Delegation zusammen, um über das neue Domizil zu beraten.

Das Problem dabei ist, dass das neue Hauptquartier nicht schnell genug fertig wird: Spätestens im März 2019 – dem Zeitpunkt des formellen EU-Austritts Großbritanniens – muss die EMA London verlassen und ihre Arbeit in Amsterdam aufgenommen haben. Das jetzige Gebäude in Canary Wharf im Westen der Stadt steht dann erst einmal leer. Es war erst 2014 maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der EMA gebaut und ein Mietvertrag bis 2039 geschlossen worden – zwei Jahre später beschlossen die Briten dann, die EU zu verlassen. Bei einer intern umstrittenen Abstimmung für einen neuen Standort setzte sich Amsterdam gegen 18 weitere Bewerber durch, darunter auch Bonn.

Da zu dem Zeitpunkt schon absehbar war, dass bis März 2019 kein ausreichendes Quartier aus dem Boden gestampft werden kann, war eine Übergangslösung Teil der niederländischen Bewerbung. Dazu wird das Spark Building, ein Bürokomplex im Stadtteil Sloterdijk, für die Anforderung der Agentur hergerichtet, sodass diese dort ab dem 1. Januar 2019 vorerst ihre Arbeit weiterführen kann. Das neue Gebäude im Amsterdamer Businessdistrikt Zuidas soll dann am 15. November 2019 eingeweiht werden.

Dabei müssen Kapazitäten geschaffen werden: Nicht nur mindestens 1300 Arbeitsplätze für die mehr als 890 fest Beschäftigten soll das neue Gebäude deshalb bieten, sondern auch genügend offene Arbeitsflächen und Konferenzräume für die über 600 Meetings und 5000 Video-Konferenzen, die die sieben wissenschaftlichen Komitees und 34 Arbeitsgruppen der EMA jährlich durchführt. Dafür will die niederländische Regierung ein Bürohochhaus mit 19 Stockwerken errichten mit einer Bürofläche von fast 40.000 Quadratmetern. Hinzu kommt ein Auditorium mit 300 Plätzen und ein hauseigenes Restaurant mit 500 Plätzen.

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