Wucherpreis oder Fehler: Apotheke im Kreuzfeuer

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Berlin - In Österreich ist eine Apotheke zu Unrecht zum Ziel der wütenden Masse geworden: Eine Kundin postete einen Kassenbeleg, demzufolge ihr die Apotheke zum Goldenen Stern in Eugendorf bei Salzburg für 500 ml Desinfektionsmittel 46 Euro abgerechnet hat. Die Presse berichtete darüber, entsprechend groß war die Empörung. Doch Inhaberin Ulrike Vogler stellte schnell klar, dass es sich nur um einen Fehler handelte. Bei den Empörten kommt das freilich nicht an.

Die Apotheke zum Goldenen Stern ist noch kein halbes Jahr alt und hat schon mit einem landesweiten PR-Desaster zu kämpfen – und noch dazu eines, bei dem sie kaum eine Schuld trifft. Los ging es wie so oft in den sozialen Medien: Dort postete eine Kundin am Samstag einen Kassenbon aus der Apotheke. Demzufolge hatte sie 45,90 Euro für einen halben Liter Desinfektionsmittel gezahlt. Ihrer Wut ließ sie im nebenstehenden Beitrag freien Lauf.

„Auf der Suche nach wirksamer Handdesinfektion besuchte ich die beiden Apotheken im Ort. Offensichtlich wittert eine davon nun das große Geschäft mit der Not! Anders kann ich mir den Wucherpreis für einen HALBEN LITER fertig gemischte Lösung nicht vorstellen“, schreibt sie. „Und dann wundern sich alle, warum man auf Amazon einkauft!“

Es dauerte nur Stunden, bis das Boulevardportal OE24 den Post aufgriff – und entsprechend an der Empörungsschraube drehte, als es über den „Wirbel um Wucher-Preise“ berichtete: „Abzocke in Apotheke: 46 Euro für Händedesinfektion!“ Dank der Überschrift ermutigte der Artikel die Leser zu Hunderten von Kommentaren. „Nach der Krise die Lizenz in Frage stellen – denn beim Angebot und Nachfrage Prinzip kann es keinen Gebietsschutz mehr geben!“, fordert da ein Leser. „Dann sollte eben noch mehr online bestellt werden, bis es auch der Letzte begriffen hat im Einzelhandel“, ein anderer. „Apotheken sind immer schon eine Abzocke gewesen. Verkaufen dauernd überteuerte Produkte und versuchen dauernd irgendwas zusätzlich zu verkaufen“, lässt sich ein weiterer Leser aus.

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