Österreich: „Covid-19-Apotheken“ sollen Versorgung koordinieren

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Berlin - In Österreich versuchen Regierung, Apothekerkammer und Herstellerverband durch einen neuen Prozess, die Arzneimittelversorgung während der Coronakrise zu koordinieren. Bund und Länder haben sich dazu auf ein neues Verteilschema für Covid-19 therapierelevante Arzneimittel geeinigt, das die bestmögliche Versorgung der österreichischen Krankenhäuser sicherstellen soll: In jedem Bundesland gibt es nun eine zentrale Covid-19-Apotheke, die als sogenannter „Single Point of Communication“ (SPOC) fungiert.

Die neun benannten Krankenhausapotheken – die des Kaiser-Franz-Josef-Spitals in Wien, der Landeskrankenhäuser (LKH) Salzburg und Feldkirch, des Uniklinikums Kepler, der Unikliniken Innsbruck und St. Pölten sowie der Kliniken Klagenfurt, Graz-West und des Krankenhauses Barmherzige Brüder Eisenstadt – sollen künftig sowohl den Bedarf Arzneimittel erheben, die für die Therapie von Covid-19 relevant sind, als auch die Verteilung an die Krankenhäuser im jeweiligen Bundesland durchführen. Dazu definieren die medizinischen Koordinatoren auf Landesebene den Gesamtbedarf an Hand der Zahl der Covid-19- Patienten, die in Krankenhäusern und auf Intensivstationen betreut werden.

Diese Zahl wird dann an einem bundesweit einheitlichen Stichtag an die jeweiligen Covid-19-Apotheken gemeldet. Die übernehmen dann die Bestellungen für ihr Bundesland und erhalten wöchentlich die Lieferungen des Bundesländerkontingents direkt von den Herstellern oder dem Großhandel. Die regionale Verteilung der Arzneimittel an die Krankenhäuser soll dann anhand eines dynamischen Aufteilungsschlüssels erfolgen, der sich an den betreuten Covid 19-Patienten im jeweiligen Krankenhaus orientiert.

Für spezielle Studienprogramme zur Erprobung von Arzneimitteln gegen Covid-19 koordiniert das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) die zentrale Verteilung über das Logistikzentrum des Bundes. So werden beispielsweise 66.000 Filmtabletten mit dem Wirkstoff Hydroxychloroquin, die im Rahmen des weltweiten Novartis/Sandoz-Donation-Programms nach Österreich geliefert wurden, an die Covid-19-Apotheken der Bundesländer geliefert und nach jenem Schema an die Krankenhäuser weiter verteilt. Die Covid-19-Apotheken wiederum sollen einen möglichen Bedarf an in Österreich nicht zugelassenen Arzneimitteln an das BASG melden. Das prüfe dann weitere Schritte und veranlasst beispielsweise die Erteilung von Einfuhrbewilligungen.

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