Desinfektionsmittel: Kammer stiftet Verwirrung

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Berlin - Die Beschaffung von Desinfektionsmitteln und des für deren Herstellung notwendigen Alkohols war in den vergangenen Wochen ein zentrales Problem für viele Apotheken. In Brandenburg wollte die Apothekerkammer den Kollegen dabei unter die Arme greifen – hat dabei aber auch Verwirrung gestiftet. Zumindest beklagt das Theresia Weigel, Inhaberin der Theresia-Apotheke in Schwielowsee.

Eigentlich war es ein sinnvolles Unterfangen: Die Apothekerkammer Brandenburg hatte über das Innenministerium eine zentrale Beschaffung von Händedesinfektionsmitteln vom Biokraftstoffhersteller Verbio eingeleitet, welche dann an die Apotheken im Land verteilt werden sollten. Die Apotheken wiederum waren aufgefordert, bis zum vorvergangenen Freitag ihre Bestellungen abzugeben. So auch Weigel: Da sie als heimversorgende Apotheke einen hohen Bedarf hat, orderte sie 220 Liter unvergällten Alkohol mit Glycerol. Zwei bis drei Wochen sollte es bis zur Lieferung dauern.

Lange währte die Vorfreude allerdings nicht. Vergangenen Donnerstag verkündete die Kammer, dass der Deal geplatzt sei. „Aufgrund der noch immer ungewissen Liefertermine und -mengen und den Schwierigkeiten beim Transport und der Rechnungslegung an die Apotheken haben wir die Beschaffung von Händedesinfektionsmitteln über das Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg (MIK) gestoppt“, teilte die Kammer dort mit. „Ihre Bestellungen vom letzten Freitag sind storniert! Wir bitten um Ihr Verständnis für diese Entscheidung.“

Dennoch sollten die Apotheken nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben. Die Kammer habe die Information erhalten, dass die Großhändler in Brandenburg inzwischen mit Desinfektionsmitteln lieferfähig seien. Es handele sich dabei allerdings nicht um die den Apothekern bekannten regulären Produkte oder Pharmazentralnummern – diese seien deshalb in der Apothekensoftware gegebenenfalls nur schwer auffindbar. „Bitte berücksichtigen Sie die Informationen der Großhändler (per Fax) oder rufen Sie an und bestellen Sie die benötigten Desinfektionsmittel auf dem regulären Vertriebsweg“, so die Kammer.

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