Berlin: Kammer kann Schutzmasken verteilen

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Berlin - Dass in der Berliner Landesverwaltung mal etwas besser funktioniert als in Bayern oder Baden-Württemberg, kommt nicht oft vor. Die Apotheker der Hauptstadt können sich deshalb gerade gleich doppelt freuen: Anders als in mehreren anderen Bundesländern werden sie nämlich bei der zentralen Beschaffung von Schutzausrüstung berücksichtigt. Die ersten Lieferungen sind bereits eingetroffen und werden voraussichtlich ab kommender Woche verteilt. Wie, ist allerdings noch nicht ganz klar.

Hebammen und Bestatter: ja. Apothekenmitarbeiter: nein. So sieht die Verteilung der zentral beschafften Schutzausrüstung in Bayern zum Leidwesen von Kammerpräsident Dr. Thomas Benkert aus. Ähnliche Klagen sind aus Baden-Württemberg zu hören: Der Apothekerverband mahnt, die Offizinen zu berücksichtigen. Bisher habe das Ministerium die Apotheken mit keinem Wort erwähnt. In Niedersachsen hat der Apothekerverband erst am Donnerstag darüber geklagt, von der Landesregierung nicht ausreichend berücksichtigt worden zu sein und in Brandenburg schimpft Kammerpräsident Jens Dobbert gar über eine Abfuhr. „Unsere Frage und Bitte an das Gesundheitsministerium Brandenburg nach Schutzausrüstung für die Apotheken im Land Brandenburg wurde abgelehnt – sogar in der Modifizierung, wenigstens im Fall eines Weiterbetriebs der Apotheke unter ‚Schutzauflagen‘, diese dann erfüllen zu können“, so Dobbert kürzlich in einem Präsidentenbrief an die Kammermitglieder.

Nur wenige Kilometer von der Hauptgeschäftsstelle in Potsdam entfernt sieht die Situation allerdings ganz anders aus. „Der Krisenstab der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat die Kammer informiert, dass für die Berliner Apotheken ein Kontingent von 25.000 Stück OP-Masken aus der zentralen Beschaffung des Landes bereitstehen“, konnte die Apothekerkammer Berlin diese Woche verkünden.

Das ist zwar vorerst nur ein Tropfen auf den heißen Stein – aber auch die Krisenstäbe müssen sich auf dem international derzeit hart umkämpften Markt behaupten, verteidigt Kammerpräsidentin Dr. Kerstin Kemmritz den Umfang der ersten Lieferung. „Wir haben natürlich einen deutlich höheren Bedarf an Masken angegeben und haben auch Bedarf an anderer Schutzausrüstung wie Handschuhen angemeldet“, sagt sie. Aber man muss im Moment eben nehmen, was man kriegen kann.

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