Apotheken bei Atemmasken übergangen

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Berlin -

Das bayerische Gesundheitsministerium übergeht bei der Verteilung von Schutzausrüstung die Apotheken im Land. Auch in den niedrigeren Rängen der Verteilungshierarchie kommen die 3000 Apotheken des Freistaats – anders als zum Beispiel Hebammen oder Bestatter – nicht vor. Kammerpräsident Thomas Benkert hat sich deshalb an das Gesundheitsministerium gewandt: Die Versorgungslage sei katastrophal, Apotheken müssten berücksichtigt werden. Das gelte auch für die Regelungen zu Apothekenschließungen im Infektionsfall. Statt pauschaler Vorgaben sei das Augenmaß der Gesundheitsämter gefragt, so Benkert.

Eine böse Absicht mag Benkert dem Ministerium nicht unterstellen. „Die Apotheken wurden mit Sicherheit nicht absichtlich aus der Verteilhierarchie genommen“, sagt der Präsident Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK). „Vielleicht geht man davon aus, dass es nicht so dramatisch sei, wenn es in einem Ort fünf Apotheken gibt und eine ausfällt.“ Das heißt allerdings nicht, dass er die Vorgehensweise deshalb für geboten hielte. Im Gegenteil, es sei „vollkommen unbegreiflich“, dass die Apotheken bei der Verteilung der zentral georderten Schutzausrüstung leer ausgehen. Vorrangig werden dabei Ärzte und Pflegepersonal berücksichtigt, „was ich auch für verständlich halte“, so Benkert.

In der zweiten Hierarchieebene folgen dann beispielsweise Zahnärzte, Heilmittelerbringer, Hebammen und Bestatter – aber eben kein Apothekenpersonal. „Hier fordern wir, ebenfalls berücksichtigt zu werden“, so Benkert. Er habe erst am Dienstagmorgen wieder in den Medien davon gehört, dass es eine Diskussion um die Versorgung von Bestattern mit Atemschutzmasken gebe. „Da wird so ein Hype draus gemacht und bei den Apotheken kümmert es keinen. Wir stehen an der vordersten Front“, sagt der BLAK-Präsident.

Es seien die Apothekenmitarbeiter, die die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung aufrechterhielten und dabei jeden Tag mit unzähligen Menschen in Kontakt seien, ohne zu wissen, wer von ihnen infiziert sein könnte. Auch die Botendienste hätten stark zugenommen. „Und es ist ja nicht so, dass wir da ein Paket vor die Tür stellen und wegrennen, sondern wir müssen Patienten beraten und unterweisen.“

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