Berlin: Alliance verteilt zentral beschaffte Schutzausrüstung | APOTHEKE ADHOC
Im Auftrag der Kammer

Berlin: Alliance verteilt zentral beschaffte Schutzausrüstung

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Berlin -

Die Apothekerkammer Berlin lässt die zentral beschaffte persönliche Schutzausrüstung (PSA) von Alliance Healthcare (AHD) verteilen. Der Großhändler fährt die Ware derzeit an die 776 Apotheken der Hauptstadt aus. Die konnten ihren Bedarf in einem von der Kammer eigens dafür eingerichteten Webportal anmelden.

Die Berliner Apotheken haben eine Lieferung von 75.000 Schutzmasken erhalten – doch die muss nun auch in die Betriebe. Die Kammer hat den Zuschlag für die Auslieferung nun an AHD vergeben: Der Großhändler liefert die Ware nun an alle Apotheken der Hauptstadt aus, auch diejenigen, die keine Kunden sind. „Aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit, die sich auch während der Corona- Pandemie bewährt hat, sowie einer eigenen Niederlassung im Stadtteil Moabit konnte sich die Alliance Healthcare als Logistikpartner besonders empfehlen“, lobt sich der Großhändler. „Die Verteilung der PSA ist schon allein aufgrund des hohen Warenaufkommens anspruchsvoll.“

Hinzu komme, dass nicht alle 776 Apotheken zu den Stammkunden AHD zählen und es somit zu teilweise erheblichen Abweichungen von den eingespielten logistischen Abläufen kommen könne. „Für den Zusammenhalt in schwierigen Zeiten, der mit diesem außergewöhnlichen Einsatz zum Ausdruck kommt, möchte ich mich im Namen der Berliner Apotheken und ihren Teams bei der Alliance Healthcare bedanken“, so Kammerpräsidentin Dr. Kerstin Kemmritz. „Diese Aktion zeigt einmal mehr sehr eindrucksvoll, worin der Wert des vollversorgenden Pharmagroßhandels besteht. Dieses besondere System ist auch und gerade in diesen Zeiten dem Versandhandel um Längen überlegen.“

Die erste PSA-Verteilung werde von AHD zudem ohne zusätzliche Kosten für die Apotheken realisiert. Während Kammer und Großhändler kein Geld verlangen, könnte das Land Berlin aber noch eine Rechnung schicken. Es tritt nämlich als Verkäufer auf, der auch die Qualität und die Eignung als persönliche Schutzausrüstung gewährleistet, und behält sich vor, die Kosten für das gelieferte PSA-Material von den Apotheken zurückzufordern, wie die Kammer zu Beginn der Bestellfrist bekanntgab. „Ob eine Kostenberechnung erfolgen wird, ist noch offen. Die Apotheken würden in diesem Fall im Nachgang zu der ausgegebenen Ware ein gesondertes Kostenerstattungsschreiben vom Land Berlin erhalten.“

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Landes hatte zuvor PSA für das Berliner Gesundheitswesen beschafft, die Kammer dort wiederum den 3-Monatsbedarf an FFP2-Schutzmasken, Mund-Nase-Schutz (MNS) und Einmalhandschuhen angemeldet. Für die jeweiligen Bedarfsmeldungen der Apotheken hatte die Kammer das PSA-Portal eingerichtet, in dem jeweils voreingestellte Mengen bestellbar waren.

Was die Apotheken erhalten, muss aber auch in den Apotheken bleiben. „Auch aufgrund der Festlegung in § 1 Abs. 2 der Verordnung zur Beschaffung von Medizinprodukten und persönlicher Schutzausrüstung bei der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Epidemie darf das zentral beschaffte PSA-Material daher nicht an die Bevölkerung abgegeben werden, auch nicht bei zu erwartendem Nachfragedruck!“, warnt die Kammer ihre Mitglieder. Eine nicht bestimmungsgemäße Verwendung des durch die zentrale Beschaffungsstelle des Landes Berlin beschafften Materials würde demnach die weitere Versorgung der Berliner Apotheken mit PSA gefährden. „Deshalb ist beim Empfang des PSA-Materials eine schriftliche Bestätigung der bestimmungsgemäßen Verwendung ausschließlich zum Zwecke des Arbeitsschutzes abzugeben.“

In Berlin werden Apotheken anders als beispielsweise in Bayern oder Baden-Württemberg mit zentral beschaffter Schutzausrüstung versorgt. Priorität haben dabei dennoch Arztpraxen und Krankenhäuser. „Wir müssen bei so einer Mangelware natürlich akzeptieren, dass die zuerst in die Kliniken und Praxen geht“, so Kemmritz. „Aber ich sehe, dass nicht nur der Wille da ist, uns auch zu berücksichtigen, sondern auch dass bereits Taten folgen und das erste Material eingetroffen ist. In Berlin ist schon seit Wochen klar, dass Apothekenmitarbeiter zum Personal der kritischen Infrastruktur gehören.“

 

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